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Arabien

Abu Dhabi & Malediven

Zwischen arabischer Moderne und einsamer Inselromantik

(Reisebericht von Jens Oszvald, Reisebüro Hartmann)

Das Jahr ruhig ausklingen lassen, war wohl ein frommer Wunsch, denn als man mir eine Dienstreise nach Abu Dhabi und auf die Malediven anbot, packte mich sofort das Reisefieber. Drei Nächte in der Hauptstadt der Emirate und dann gleich zwei Malediveninseln für weitere drei Nächte, das schrie nach einer Powerreise - genau das Richtige für mich.

Heute habe ich die 700 Bilder dieser unglaublichen Reise auf meinen PC geladen und dachte:"Wie viel Schönes und Interessantes hast du wieder erlebt und.... da brauchst du ja noch einmal eine Woche allein für das Aussortieren."


Es ist der Nikolaustag 2011. Ganz gemütlich geht es mit Etihad Airway - dem nationalen Emirate-Carrier - nonstop von Frankfurt aus in das arabische Neuland. Zuvorkommender Service und eine angenehme Bestuhlung machen schon die Anreise sehr bequem. Im Dunkeln kommen wir in der Hauptstadt an, werden ins gerade eröffnete Jumeirah at Etihad Towers gefahren. 

Der Etihad Towers Komplex besteht aus fünf Hochhäusern (bis 63 Stockwerke hoch), die eine Hand und deren Finger symbolisieren sollen. Gegenüber erstrahlt das Palasthotel Emirates Palace (ein 7 Sternehotel wie uns stolz unser Guide verkündet) in pinkes Licht getaucht, mit Lasershow auf den Dächern und direkt am Arabischen Golf gelegen. Von meinem Zimmer im 40. Stock sieht es aus wie ein Spielzeugpalast - arabische Unwirklichkeit.


Abu Dhabi ist noch immer geschmückt vom 40. Gründungstag der Vereinigten Arabischen Emirate, der am 2. Dezember 2011 in vollem Glanz zelebriert wurde. Sheikh Zayed, Gründungsvater der VAE, ist überall zu sehen - noch immer hoch verehrt und sehr geschätzt, begleitet er uns auf unserer Stippvisite in seinem Reich. Wer hier allerdings das alte, verträumte Arabien sucht, der ist in Abu Dhabi zu spät angekommen. Die Moderne und der Überfluß regieren nun am Golf, und dennoch, anders als in der Traumwelt von Dubai, merkt man gleich, dass es hier noch Wurzeln der einstigen Nomadenvölker gibt, hier die Fäden der arabischen Politik zusammenlaufen - und es in 10 Jahren schon wieder ganz anders aussehen wird.


Am nächsten Tag präsentiert man uns das moderne Stadthotel bevor es mit dem Bus in die Wüste geht. 

Abu Dhabi selbst besteht aus 200 Inseln, doch gleich hinter der Stadtgrenze regieren die Sanddünen der Wüste. Auf unserem Weg, entlang der begrünten Autobahn, ja, ich sagte ja hier herrscht der Überfluß, passieren wir kurz das Museum des "Regenbogenscheichs" Hamad bin Hamdan Al Nahyan, der in einer Pyramide ein Automuseum mit über 200 Fahrzeugen untergebracht hat, davor thront der größte Truck der Welt, über 50 Tonnen schwer mit 4 Schlafzimmern für den Scheich und den Fahrer sowie Gästen. 


Danach geht es weiter in das Wüstenresort Qasr Al Sarab in der Liwa Wüste. Wer einmal vom Großstadttrubel die Stille der Wüste genießen will, findet hier alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Zum Sonnenuntergang besteigen wir die bereitstehenden Wüstenschiffe, und unsere Kamele bringen uns ganz gemächlich auf eine Wüstentour. Galanter Auf- und Abstieg inklusive, doch passen Sie auf, es braucht Muskelkraft sich auf einem Kamel zu halten. Und wieder einmal denke ich:"Warum hat man dich mit Höhenangst gestraft?" Von unten sah das Kamel so klein aus - weit gefehlt.


Der darauffolgende Tag steht ganz im Zeichen von Kultur und Hotelbesichtigungen. Zuerst einmal geht es in die Große Sheikh Zayed Moschee - einem Bauwerk von XXL Ausmaßen. Alles in allem passen hier 45.000 Gläubige Muslime hinein, wobei dieses Maß noch nie erreicht wurde. Die Kuppel ist höher als der Petersdom und der weiße Marmor lässt einem den Mund offen stehen. Unsere Frauen bekommen am Eingang alle eine schwarze Burka (das traditionelle arabische Frauengewand) verpasst, was uns Männer einen farblichen Vorteil verschafft - die Tradition verlangt es.


Nach soviel Arabien geht es im Anschluß auf die Yas Island Rennstrecke der Formel 1. Auch hier hat man an nichts gespart und wir wandeln in Vettels Fußstapfen und stehen auf dem Siegerpodest, wo auch der Formel 1 Held schon den Pokal in die Höhe gereckt hat. Champagnerdusche gibt es in Abu Dhabi nicht, sondern in den eigens hergestellten Flaschen befindet sich sprudelnder Traubensaft - und nicht Rosenwasser, wie es uns RTL weißmachen will. Wieder etwas gelernt. Für schlappe 200 EUR kann man auch im Lotus mehrere Runden auf dem Rennkurs bestreiten - als Beifahrer, was von ungefähr sechs asiatischen Gästen gerade genutzt wird. Endlich ein bißchen Rennatmosphäre.


Danach erwarten uns mit dem St. Regis Abu Dhabi - es ist noch in Bau, wird aber zum 27.12.11 eröffnet und dem Park Hyatt Abu Dhabi zwei wunderschöne Strandresorts auf Saadiyat Island - der Insel die bald schon Guggenheim Museum und einen Ableger des Louvre beherbergen soll. Eröffnung ungewiss, wir bleiben dran.

Ab in den Bus, dann erwartet uns das Highlight von Abu Dhabi - eine Nacht in 1001 - wir werden im Emirates Palace nächtigen. Ganze 12 Stunden haben wir dafür Zeit, was leider viel zu kurz ist. Einst als Palast für Sheikh Zayed geplant, wurde es erst nach seinem Tod fertiggestellt, woraufhin sich sein Sohn entschied, es als Hotel zu eröffnen. Skeptisch war ich, wo sollen 7 Sterne herkommen? Was kann ein Hotel so außergewöhnlich machen? Heute weiß ich es, dieses Hotel ist einfach ein Palast, der einen zum König macht, sobald man durch die Tür tritt. Noch ein kurzes Abendessen unter dem arabischen Sternenhimmel, dann heißt es schnell schlafen, morgen geht es in den Indischen Ozean. 4:45 Uhr weckt mich mein Butler mit Kaffee, dann muss ich schon Leb Wohl sagen. Klingt dekadent, ist aber im Palast das Normalste der Welt.

 

Und wieder bringt uns Etihad sicher und sehr zuvorkommend von der Wüste ins Wasserparadies der Malediven. Ankunft auf der Flughafeninsel Hulhule - es ist tropisch warm, und das im Dezember! Wir werden von unserem Hotelguide der Constance Hotels bereits erwartet und nach dem Check In für den Wasserflugzeug zu einer Lounge gebracht, wo wir dem Abflug entgegenfiebern. Für mich ist es das erste Mal auf den Malediven, ich bin schon ein bißchen aufgeregt. Dann kommt eine junge Dame und geleitet uns zu unserem Wasserflugzeug. Das Gepäck erwartet uns im Innenraum festgezurrt und wir dürfen uns in die enge, heiße Röhre zwängen. Die Belüftung wird erst in der Luft angelassen, so dass wir schwitzend und immer noch erwartungsvoll den Start erwarten. Zwei Piloten und ein Flugbegleiter sind mit uns unterwegs, wir bekommen eine Sicherheitsanweisung und den Hinweis, dass Rauchen an Bord untersagt ist. Welcher Raucher in dieser Sardinenbüchse noch an eine Zigarette denkt, ist mir schleierhaft. Die Air Maledives ist bekannt für seine Barfusskapitäne, ja in den Tropen ist alles etwas anders. So kann ich mir auch einen kleinen Blick ins Cockpit nicht untersagen und auch hier werde ich nicht enttäuscht.


Abflug nach Moofushi - ca. 30 Minuten Flugzeit steht uns bevor. Endlich wird es kühler und man kann den Ausblick genießen. Unter uns als erstes Male - die Haupstadtinsel - sieht wenig einladend aus. Doch dann beginnt der Traum - diese Atollwelt ist einzigartig und man mag sich kaum satt sehen. Moofushi erwartet uns mit einer harten Landung, aber dann führt man uns, trotz etwas rauhem Seegang trockenen Fußes auf diese All-Inklusive Barfußinsel. Wer auf die Malediven reist, kann ruhigen Gewissens den Großteil seiner Reisekleidung zu Hause lassen. Packen Sie stattdessen lieber ein Paar Bücher mehr ein. Für eine ganze Nacht ist einer der Wasserbungalows unser zu Hause. Direkt von der Terrasse ins einladene Türkis des Indischen Ozeans - oh wie gerne, doch wie immer ist keine Zeit dafür. Noch nicht! Das Management führt uns über die Insel, zeigt uns die Schönheit dieser Robinson Crusoe Insel. "Wo lebt ihr denn?", fragen wir. Inmitten der Insel befinden sich die Unterkünfte der Angestellten, dennoch versteckt, vor den Blicken der neugierigen Gäste. "Kann man es hier aushalten?" Diese Frage stelle ich dem deutschsprachigen Front Office Manager aus Köln. "Klar doch. Wer möchte nicht im Paradies wohnen?", kontert dieser. Recht hat er.


Gegen Mittag geht es mit dem Speedboat auf die 20minütig entfernte Schwesterinsel Halaveli. Wenn ich dachte, ich hätte auf Moofushi das Paradies gesehen, dann wurde ich eines Besseren belehrt. Halaveli ist von seiner Vegetation noch atemberaubender. Auch hier kann man die Schuhe getrost zu Hause lassen - außer auf dem Steg zu unseren Wasserbungalows, denn dieser wird tagsüber richtig heiß, da heißt es schnell sein, oder doch ein paar Flipflops im Koffer haben.


Barfuß sitzen wir abends am Strand zum Abendessen. Die Krönung ist dann noch das Erleben einer Mondfinsternis, zu deren Anlass der Inseldirektor ein Teleskop kommen lässt. "Wenn du einen Mann auf einer runden Kugel siehst, dann bist du richtig.", sagt er zu seinem Mitarbeiter, der das Teleskop einstellt. "Ja, dann ist es wohl Neil Armstrong," kontert dieser. Am Ende des Abends ist der Vollmond wieder hell am Himmel und ich nutze die 15 Minuten, um bei dieser Beleuchtung die ganze Insel zu umrunden. 

Die nächsten Tage vergehen wie im Flug. Wir stecken die Köpfe unter Wasser und selbst ich Wassermuffel finde großen Gefallen am Schnorcheln. Es ist so unfassbar, da denkt man im Wasser bewegt sich nichts, doch man verliert diese Einfältigkeit sehr leicht. Ein ganzes Aquarium tut sich vor uns auf. Wir schnorcheln mit Riffhaien und Schildkröten sowie der gesamten Besetzung von "Findet Nemo".


Viel zu schnell vergeht auch dieser Besuch und wir fliegen wieder zurück zum Flughafen. Bei 26°C Abendtemperatur sagen wir Auf Wiedersehen. Uns erwartet Deutschland im Winter. Aber im Stillen bin ich mir sicher - ich komme wieder.

 

Tipp: weitere Bilder von Abu Dabhi und den Constance Inseln gibt es in unserer Bildergalerie


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