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Asien

Thailand

Bangkok in 4 Tagen

(ein Reisebericht von Jens Oszvald, Reisebüro Hartmann)

Bei einer Städtereise denkt jeder sofort an London, Paris, Wien - Europa muss es sein, denn die Zeit ist knapp. Wohl auch ein Grund, warum jeder den Kopf schüttelt, als ich fröhlich erzähle: "Ich fliege für 4 Tage nach Bangkok." Städtereise einmal anders oder doch auch ähnlich. Es wird doch immer gesagt, unsere Welt rückt enger zusammen: also Koffer packen, Reiseführer kaufen und ab nach Krung Thep (der Stadt der Engel).

Zehn Stunden Flug von Frankfurt, nonstop übernacht und ich werde mit einem Lächeln (die Thais lächeln immer stelle ich schnell fest) und von einer chaotischen Menge bei der Einreisekontrolle begrüßt. Eines lernt man schnell - Mai pen rai - Gelassenheit, das Lebensmotto der Thais. Mit dem Bus geht es vom modernen und neuen Flughafen in den Millionenmoloch. Rush hour - mai pen rai. Meine Bleibe für den Kurztrip ist das Sofitel Silom direkt an einer der Hauptverkehrsadern von Bangkok, der Silom Road. Früher standen hier Windmühlen an den Klongs (Kanäle, welche die Stadt durchziehen), heute dominieren Hotels und Banken das Viertel, das ein idealer Ausgangsort für Erkundungstouren ist.



Auspacken? Keine Zeit. Ich will diese Stadt sofort erleben, keinen Moment vergehen lassen. Draußen vor dem Hotel empfängt mich das laute Bangkok. Unzählige Menschen, Tuk Tuks (Motorradrikschas) und klimatisierte Taxis fahren auf der Straße. Fahren? Nein. Laufen, so möchte ich die Stadt erleben. Doch neben dem lauten Bangkok gibt es auch noch das Bangkok, das man mit seiner Nase erlebt. An jeder Ecke kleine Stände, an denen die Thais köstliche Speisen anbieten, von Satéspießen, über exotische Früchte bis hin zur mobilen Garküche. Verhungern werde ich ganz bestimmt nicht, sehr beruhigend. Am Ende des ersten Tages in Bangkok bin ich mitten drin im Leben der freundlichen Hauptstädter, die Schuhe sind eingelaufen, die ersten Satéspieße (10 Cent/Stück) sind gegessen und nach einem nächtlichen Abendmahl in der Vergnügungsmeile von Patpong schlafe ich sehr zufrieden ein.

Jetlag! Wer nicht daran glaubt, der bekommt ihn auch nicht. Ich zumindest lasse mich am nächsten Morgen nicht davon beeindrucken. Das Frühstück im Hotel lasse ich ausfallen, denn ich bin ja nicht wegen des Essens nach Bangkok gekommen, auch wenn mich die Thaiküche begeistert.  Ich schnappe mir ein Taxi vom Hotel und lasse mich zum Golden Mount fahren. Dieser 80m hohe, künstlich aufgeschüttete Berg beherbergt auf seiner Spitze den Wat Saket, dessen Goldenen Chedi ich schon von meinem Hotelzimmer im 34. Stock entdeckt habe. Und da begegnet mir schon wieder ein anderes Bangkok - das ruhige, gelassene und tiefgläubige Bangkok. Die Tempelanlagen sind nicht nur faszinierend durch die goldenen Buddhas, welche die Pracht des Königsreiches widerspiegeln, sondern sie halten auch die Hektik der Stadt bereits an den Eingangstoren von einem fern.


318 Stufen steige ich den Berg hoch, schlage die rituellen Gongs und genieße die Sonne und die Aussicht. Ich suche den Chao Praya, den Fluss, der eine weitere Hauptverkehrsader der Stadt ist – jedoch ohne Stau. Ich kann ihn nur erahnen, sehe die Kuppeln des legendären Königspalastes und den Tempel der Morgenröte - Wat Arun. Mit dem Stadtplan in der Hand geht es zur nächsten Station, zu der Haltestelle der Klongboote, um mein nächstes Ziel zu erreichen. Nicht so einfach, denn die Straßen/-und Namensschilder sind äußerst gewöhnungsbedürftig. Die freundlichen Thais versuchen auch hier mir zu helfen, nicht immer mit Erfolg, doch am Ende finde ich die Haltestelle. Ab ins Boot und sogleich werden Plastikwände hochgefahren. Eigentlich will ich etwas sehen,  doch nach bereits zwei Metern weiß ich dann warum. Die Klongboote haben eine ordentliche Fahrt drauf und das Wasser spritzt gegen die Plastikwände ohne die ich sofort komplett durchnässt wäre. Halsbrecherisch schlängelt sich der junge Bootsführer entlang der Strecke, ich zahle und frage wie weit ich fahren muss. Dieses Mal stimmt es auf Anhieb.


Ich besichtige das Jim Thompson Haus - ein Freilichtmuseum bestehend aus sieben wunderschönen Teakholzhäusern im klassischen Thaistil (alle aus Holz gebauten Häuser sind ohne Nägel gebaut), die dem einstigen Seidenmagnat Jim Thompson gehörten. Er ließ sie nach dem Zweiten Weltkrieg errichten und stattete sie mit wertvollen Antiquitäten und einzigartigen Kunstgegenständen aus, die heute zu  besichtigen sind. Jim Thompson wurden Verbindungen zur CIA nachgesagt, er verschwand auf mysteriöse Weise auf einem Ausflug von seinem Sommerhaus in Malaysia und wurde nie wieder gesehen. Tiger oder Agenten, die Gerüchteküche brodelt immer noch.  

San Phra Phum - die Geisterhäuser - man sieht sie vor jedem Wohnhaus, Hotel, Krankenhaus. Im Jim Thompson House ist auch ein Teakholzexemplar und endlich erklärt mir jemand welche Bedeutung sie haben. Immer in nordwestlicher Ausrichtung der Häuser wird zusätzlich auch ein Haus für die Geister aufgestellt. Denn wenn die Geister ein eigenes Haus haben, suchen sie nicht das Wohnhaus der Thais auf. Am Morgen wird ein Opfer gebracht um die Geister zu besänftigen, erst dann geht man dem Tagwerk nach. In den Thaihäusern von Jim Thompson ging man früher noch weiter. Dort steigt man immer zwischen zwei Räumen über eine bestimmt zehn Zentimeter hohe Schwelle. Warum frage ich den Guide? Sollten die Geister doch einmal ins Haus gelangen, dann nicht sofort von einem zum anderen Zimmer lautet die Erklärung. Halloween à la Thaistyle.

Für manch einen Bangkokbesucher wäre dies eventuell schon Tagesprogramm genug, nicht für mich. Daher nehme ich ein Taxi und fahre vorbei an Chinatown zum Chao Praya,  Fluch und Segen der Stadt. Hinter den Mauern des Königspalastes nehme ich eine Fähre ans andere Ufer und besichtige den Wat Arun. Dieser Tempel ist 79m hoch und nichts für nicht schwindelfreie Menschen wie mich. Man sollte sich überlegen, ob man bis auf die dritte Ebene hochklettert. Der Ausblick entschädigt aber für alles, denn man kann den Fluss und den Königspalast bewundern, man muss eben aber auch irgendwann wieder runter. Dank ein paar ebenso ängstlicher Franzosen vor mir, kann ich mein Gesicht wahren und schleiche (leicht zitternd) zurück auf festen, ebenen Untergrund.

Wieder auf die Fähre und dann zu Fuß zum Tempel Wat Indravihan. Man könnte annehmen, dass ein Tempel dem anderen gleicht, doch auch hier staune ich wieder über die 32m hohe, 11m breite vergoldete Buddhastatue. Ein kleiner Abstecher über die Backpackerstraße - Khao San Road – kurz ausruhen, ein Thaibier trinken, die Massen an Rucksacktouristen beobachten, via Democracy Monument und Paragon, Einkaufszentrum oder Einkaufsparadies, geht es zurück ins Hotel. Der Tag ist zu Ende, ich bin es dann auch.

Es ist Sonntag, also müssen die Geschäfte folglich zu sein. Typischer Erstbesucherirrtum - darum heißt es heute Shopping. Und einer der besten Plätze ist der Chatuchak Wochenend Markt. Mit der Hochbahn folgt man einfach den Menschenmassen, dann kann man den Markt nicht verfehlen. Antiquitäten, Souvenirs, Alltägliches, Ungewöhnliches, Mode, Möbel - hier bekommt man alles. Mir ist es zu viel. Aber Bangkok wäre nicht Bangkok, könnte man nicht einen Sonntagsausflug mit Shopping verbinden. Ab wieder zum Chao Praya Fluss. 


Es ist gutes Wetter, also miete ich mir ein Boot für eine Klongtour zu den Schwimmenden Märkten. Vorher kurz eben die Preise checken, wie ein Weltmeister verhandele ich, so sind Bootsführer und ich am Ende einig und glücklich. Aber aufpassen, man muss die Tour vorher mit dem Fahrer ausmachen, sonst bringt er einen zu Orchideenfarmen (von einem Verwandten) und zu den Krokodilen und zu noch vielen, vielen Stellen, die man eventuell nicht im eigenen Programm hat.  Außenbordmotor angeworfen und ab auf den Fluss. An Bord eines solchen Langbootes geht es ganz schön schaukelig zu, daher gut auf die Kamera aufgepasst. Es ist mal wieder faszinierend, wie diese Stadt innerhalb von Minuten ihr Gesicht wechselt. Eben noch vorbei an den Hochhäusern und Denkmälern entlang des Flussufers,  dringt man ein in die Klongwelt. Grün ist sie, und still. Wohnhäuser mit Menschen die baden, Kinder, die vergnügt winken - so ist ein Sonntagsausflug einfach nur perfekt. Am Schwimmenden Markt werde ich auch nicht wirklich fündig, was das Shopping angeht, aber dafür gibt es gegrillte Garnelen, frischen Fisch vom Holzkohlegrill und vieles mehr. Bangkok schmeckt einfach nur lecker.


Zurück ins Hotel,  kurz Frischmachen für die nächtliche Runde. Doch vorher geht es ins Silom Village (ca. 10 Minuten Fußweg vom Sofitel) um mich in einem der vielen Massagesalons zu erholen . "Massage, Massage" schreit es an jeder Ecke der Straße, doch das Hotel hat diese Massageoase empfohlen. Entspannung pur bei Fußreflexzonenmassage oder klassische Ganzkörperthaimassage - hier sind Profis am Werk und man vergisst die Strapazen des Tages sofort.

Am Abend möchte ich noch höher hinaus. Unmöglich? Nicht in Bangkok. Im Reiseführer wird mir die "Skybar" im Lebua State Tower empfohlen. Ich biege falsch ab und sitze noch ein Stockwerk höher auf der Terrasse des "Distil" (64. Stockwerke) mitten im Abendhimmel von Bangkok. Auf einem riesigen Sofa genieße ich einen Cocktail und sehe tief unter mir in der Ferne einem Feuerwerk zu - was ist an diesem Bild falsch? Ja, ich brauche auch einen Moment, bis ich verstehe, ich habe noch nie auf ein Feuerwerk herabgesehen.

Ein Tuk Tuk bringt mich in die Sukhumvit Road - dem Nachtherzen für die Einkaufswütigen, doch mich zieht es in ein empfohlenes Restaurant in einer Seitenstraße. Das "Cabbages & Condoms" (Kohl & Kondome) bräuchte zwar dringend einen besseren Namen, aber der tropische Garten und die fantastische Küche lassen dies schnell vergessen. Das Restaurant gehört einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich für Geburtenkontrolle und danach für Aidsprävention einsetzt. So verwundert es nicht, dass man zur Rechnung ein Kondom überreicht bekommt. Auch das ist Bangkok.


Jetzt habe ich schon so viel gesehen, doch ein weiteres Highlight steht mir am letzten Tag noch bevor. Ich starte zu Fuß am weltberühmten Hotel Oriental vorbei durch das Old Falang Quarter, dem Viertel der Europäer und laufe bis zum Königspalast. Kurz noch die kurze Hose gegen ein angemessenes, langes Beinkleid getauscht (wer es nicht mitbringen will, kann es am Palasteingang auch leihen), die Thais verstehen da keinen Spaß beim Betreten dieser Tempel/Palastanlage. Ein Audioguide bringt mich in erstaunlich gutem Deutsch zum Eingang der Tempelanlage. Ein Blick nach rechts und mir verschlägt es die Sprache, Gold und thailändischer Baustil in Perfektion. Selbst für jemanden, der schon viel Beeindruckendes gesehen hat, ist dieser Anblick einfach nur atemberaubend.

Direkt hinter dem Königspalast wartet der letzte Tempel für mich, Wat Pho mit dem 45m langen liegenden Buddha. Hier befindet sich auch eine der renommiertesten Massageschulen des Landes, doch dafür ist leider dieses Mal keine Zeit.

Im Anschluss zieht es mich noch in den Vimanmek Royal Palace (Teakholzpalast) des berühmten Königs Chulalongkorn aus dem Jahr 1900.

Das letzte Abendessen findet im freien auf Plastikstühlen statt, an einem Plastiktisch in einer Seitenstraße der Silom Road gegenüber des prächtigen Hindutempels Sri Mariamman. Die zahnlose, stolze Besitzerin des Plastikstands tischt köstliche Speisen aus einer nahegelegenen Garküche auf. Wozu ein Restaurant, hier geht auch anders. Ich will bezahlen. Einen Moment bitte, es klingen die Glocken des Tempels, ein kurzes Gebet, ein Lächeln. 

Ich verabschiede mich von Bangkok und fliege zurück in Richtung Heimat,  hoffe, dass mich mai pen rai nicht zu schnell verlässt.


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