Menu

Afrika

Ruanda

Gorillatracking in Ruanda

(Reisebericht von Angela Göttling, hartmann-reisen)

Man kann vorher noch so gut vorbereitet sein, der 1. Augenkontakt mit einem frei lebenden Gorilla ist kaum zu beschreiben. Man vergisst die Angst und staunt wie ein Kind, ist sprachlos und das für die nächsten 60 Minuten, die man mit den Tieren verbringen darf. 


Nach langer Vorfreude und ausführlicher Planung flogen mein Mann und ich im März 2011 nach Ruanda um die letzten, frei lebenden Berggorillas zu sehen. Wir wussten, dass der Weg zu Ihnen beschwerlich werden würde, denn die Familien leben im Vulkan Nationalpark (Parc National des Volcans) und wie der Name schon sagt, in den Bergen. 

Wir kamen aus Kenia und flogen über Burundi nach Kigali, dem Herz Ruandas. Nach einer Zwischenübernachtung starteten wir sehr früh morgens nach Ruhengeri, der nächstgelegenen Stadt zu Füßen der Virunga-Vulkane. Richtung Nordwesten ging es mit dem Landrover zunächst bergauf, dabei hatten wir traumhafte Ausblicke auf die Stadt Kigali im rosaroten Morgenlicht.


Die Straße schlängelte sich um und über die Hügel von Ruanda. Dieses satte Grün hatten wir nicht erwartet. Bananenplantagen, grüne Felder, viele Bäume und kleine Flüsse wechselten sich ab und wir konnten uns 2 Stunden nicht satt sehen an den Farben der Natur. Die Fahrt verging wie im Flug, denn trotz des frühen Morgen begegneten uns am Straßenrand viele Menschen, die entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren. Häufig waren ihre Köpfe beladen mit Obst oder Getreide. Sogar Holz wurde auf diese Weise transportiert. Welch eine Strapaze, wir waren absolut fasziniert.

 

 Gegen 07.00Uhr etwa kamen wir am Eingang zum Nationalpark an, die Virunga Berge nun in greifbarer Nähe. Die Spannung stieg, denn wir erfuhren erst vor Ort, welche der Familien wir sehen würden.

Insgesamt 64 Permits pro Tag werden vergeben, um die 8 Gorillafamilien zu besuchen, die an Menschen gewöhnt sind (8 Personen je Gruppe). Die Trekkings auf die Berge können bis zu 4 Stunden dauern. Wir waren froh, denn wir wurden der Gruppe Kwitonda zugeteilt und der Aufstieg würde ca. 2 Stunden benötigen. Kwitonda war der Name des Silberrückens, dem dominaten Anführer der Gorillagruppe mit insgesamt 21 Familienmitgliedern. Nach einem kurzen Kennenlernen unserer Wegbegleiter und unserer 2 Trekkingguides, ging es per Landrover zum Fuße des Berges, wo der Aufstieg begann.


Wir arbeiteten uns durch vorwiegend dichten Bambuswald und dorniges Gestrüpp immer bergauf. Und wir hatten Glück, denn allzu oft ist es dort feucht und neblig, der Aufstieg dadurch rutschig und schwierig. An diesem Tag blieb es erfreulicherweise trocken und unsere Regencapes konnten im Rucksack bleiben. Wir hatten zudem einen Porter an unserer Seite, der uns dorniges Gestrüpp und Zweige aus dem Weg hielt, uns auf Brennnesseln und Sehenswertes aufmerksam machte, was wir sonst nicht bemerkt hätten. Zudem unterstützten wir mit der Buchung des Porters auch die Landbevölkerung, wie unser Guide uns gesagt hatte. Eine gute Empfehlung. 

Die Natur auf dem Berg ist so verschwenderisch dicht, dass man sich nach 1 Minute verliert, wenn man nicht aufpasst. Das Grün schluckt alles, ich habe so etwas vorher noch nicht gesehen. Einfach toll. In diesem Dickicht leben sogar Bergelefanten, wir sahen frischen Dung, sind ihnen aber nicht begegnet, was die Guides auch zu verhindern wussten. Ein Rätsel, wie sich diese Riesen in dem dichten Blattwerk lautlos fortbewegen können. Auch Büffel sind uns nicht begegnet, was wohl durchaus einmal vorkommt. 


Um möglichst sicher eine Sichtung der Gorillas zu gewährleisten gehen sehr früh morgens sogenannte Tracker auf die Berge und suchen nach den Gorillafamilien. Sie halten später, bei dem Aufsstieg der Gruppen, ständigen Funkkontakt zu den 2 Guides und leiten so die Teilnehmer auf ihrem Weg nach oben. In den meisten Fällen klappt dieses Procedere, eine Gewährleistung gibt es jedoch nicht die Tiere wirklich zu entdecken, da sie sich ständig weiterbewegen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß aber dennoch, man bewegt sich in der Wildnis und somit gibt es kein Versprechen wie im Zoo.

Wir hatten Glück an diesem Tag.

Nach gut 2 Stunden hieß es: sammeln, Rucksäcke abstellen und nur noch die Kameras in der Hand behalten. Die Tracker, die dort bereits auf uns warteten, passten auf das restliche Gepäck auf. Zwei Minuten später dann tatsächlich der erste Kontakt mit einem großen Gorillamännchen. Wie kann man so eine Begegnung beschreiben? 


Wir alle waren atemlos, restlos begeistert und sehr leise. Der Berggorilla schaute uns sehr gelassen an und kaute relaxed weiter an seinem grünen Frühstück. Während der nächsten Stunde begegneten uns immer wieder kleine Gruppen, um uns und auch über uns. Junge Gorillas übten in den Baumwipfeln ihre Kletterkünste. Kwitonda, der Silberrücken war beeindruckend groß und hatte die Familie fest im Griff wie er uns kurz demonstrierte, indem er die Jugendlichen der Familie zur Raison brachte mit lautem Gebärden, was uns alle zuerst ziemlich erschreckte.

 

Unser größtes Glück jedoch war Gorilla-Mama Okapi, mit ihrem ein Tag alten Baby. Wie ein Menschenkind hielt sie es während unseres Besuchs im Arm und blieb trotz unserer Anwesenheit völlig gelassen. Sie war unser Liebling an diesem Tag.

Unvergesslich dieser Anblick.


Der Abstieg dauerte ebenso gute 2 Stunden. Kein Weg oder Zeichen war erkennbar von unserem vorherigen Aufstieg, wieder nur dichtes Grün und Stille. Jeder war mit seinen Gedanken bei den Gorillas.

Fazit unserer Reise zu den Berggorillas:

1 Stunde Pures Glück


hier

erreichen Sie uns


Filiale Bierstadt
Limesstraße 20
65191 Wiesbaden
Tel.: 0611 . 502037
Fax.: 0611 . 509695
bierstadt@hartmann-reisen.de

Filiale Sonnenberg
Danziger Str. 30
65191 Wiesbaden
Tel.: 0611 . 547024
Fax.: 0611 . 542159
info@hartmann-reisen.de


Öffnungszeiten:
Mo–Fr 9.00–18.30 Uhr
Sa 10.00–13.00 Uhr