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Ecuador & Galapagos 2016

gemeinsam reisen

Reisebericht von Martina Glaeser, Reisebüro Hartmann


Südamerika, nach Ecuador und anschließend auf die Trauminseln Galapagos- das steht auf dem Tour-Programm für unsere gemeinsame Reise 2016. 


Am 13.11.2016 starten wir mit 13 Personen unseren Flug via Madrid  nach Quito, einer der höchst gelegenen Städte der Welt. Unser Reiseleiter Luis begrüßt uns nach Ankunft am Flughafen mit einem herzlichen „ Willkommen Amigos“  im Ankunftsbereich des Flughafens und fährt mit uns nach Besorgung von Getränken direkt in die Altstadt von Quito. Bei einer Höhe von 2800 Metern ist der ein oder andere Gruppenteilnehmer ein wenig kurzatmig oder hat ein leichtes Gefühl von Schwindel. Aber die Neugier auf das Land überwiegt die kleinen Wehwehchen der Höhenkrankheit. 



In der Altstadt von Quito angekommen geht es in ein uriges Restaurant in der bekannten Straße „ La Ronda“ zum Abendessen. Wir werden von der Restaurantbesitzerin persönlich und sehr herzlich  mit Händedruck begrüßt  und mit einem köstlichen, typisch ecuadorianischen  Essen verwöhnt. Zum Abschluss  wird uns das einheimische ecuadorianische Getränk „ Canelazo“ (Glühwein auf ecuadorianisch) angeboten, was auf der anschließenden Tour zum Stammgetränk  der meisten Reiseteilnehmer  wird.  Prost, oder wie man im spanischen sagt „ Salute „! Anschließend geht es  nach dem langen Anreisetag ins wunderschöne Boutique Hotel Anahi. In meinem Engelszimmer falle ich satt und zufrieden in himmlischen Schlaf.


14.11.2016

Nach einem köstlichen Frühstück mit Obst und frisch gepressten Saft geht es auf Entdeckungstour durch Quito. Als erstes besichtigen wir die Neue Kathedrale  Basílica del Voto Nacional, die weniger für ihr Interior als für den tollen Ausblick auf das Centro Histórico und den Berg Panecillo bekannt ist. Der Aufstieg auf die Türme ist sehr abenteuerlich, denn man muss über einen langen Balken balancieren und dann eine sehr steile, enge Treppen erklimmen. Schwindelfrei sollte man auf jeden Fall sein! Dann fahren wir in die Altstadt von Quito, die wir zu Fuß besichtigen. Die Altstadt von Quito wurde 1978 neben Krakau als erste Stadt der Welt zum UNESCO-Kulturerbe erklärt. In einem der Cafes auf dem  Plaza de la Independencia kann man perfekt das Gewirr aus Spaziergängern, Lottoverkäufern und Indigenos in bunten Gewändern verfolgen, die ihre Textilien, Avocados, Erdbeeren und Chirimoyas anpreisen. Wir haben das Glück, die montägliche Parade vor dem Regierungsgebäude mitzuerleben und den ecuadorianischen  Präsidenten live zu sehen. 


Danach steht die  imposante Compañía de Jesús in der Calle Sucre auf dem Programm. Von außen wirkt die Kolonialkirche unscheinbar, doch im Inneren ist sie fast vollständig mit Gold überzogen. Aber auch die Kirche La Compania ist eine Besichtigung wert und wird von uns auf dem Weg besichtigt. In der Mittagszeit bekommen wir ein bisschen Freizeit um essen zu gehen oder die kleinen Gassen und Geschäfte auf eigene Faust zu erobern und die ersten Souvenirs zu erstehen. Danach fahren wir mit dem Bus auf den Hügel Panecillo mit der berühmten beflügelten Marienstatue, von wo aus wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt  genießen können bevor es zum 22 Kilometer nördlich von Quito stehenden  Äquatormonument La Mitad del Mundo (deutsch: “Die Mitte der Welt”) geht. Witziger Weise liegt der tatsächliche Äquator 240 Meter weiter nördlich – der gute Charles-Marie de La Condamine hat sich damals im Jahr 1736 ein bisschen vermessen.  Um wirklich mit einem Bein auf den Nordhalbkugel und dem anderen Bein auf der Südhalbkugel stehen zu können und die Auswirkungen der Corioliskraft zu erleben,  fahren wir aber vorab zur tatsächlichen Äquatorlinie  im Intiñan Solar Museum. Das Abendessen nehmen wir über den Dächern von Quito mit Blick auf die funkelnde Stadt in einem Aussichtsrestaurant ein.


15.11.2016 


Heute verlassen wir Quito um in den Cotopaxi Nationalpark zu fahren.  Außerhalb der Stadt auf einem Hügel haben wir einen wunderbaren Ausblich auf die über 65 km langgestreckte Stadt Quito, erst von hier oben erahnen wir wie groß diese Stadt ist. Über die  berühmte Straße Panamericana erreichen wir den Parkeingang und holen dort unseren örtlichen Guide ab. Der Cotopaxi Nationalpark, dessen Herzstück der gleichnamige 5.897 m hohe, aktive Vulkan ist, wurde 1975 gegründet und liegt rund 60 km südlich von Quito. Er umfasst auf Höhen zwischen 3.400 und 5.897 m eine Fläche von 32.255 ha. Der Cotopaxi hat einen Krater von 800 m Durchmesser und 334 m Tiefe, und wurde von Alexander von Humboldt als „an Schönheit und Regelmäßigkeit der Kegelform unübertrefflich“ beschrieben. Beim  kleinen Besucherzentrum  halten wir für eine Kaffee/ Teepause und  um uns an die Höhe zu gewöhnen bevor wir zur Laguna de Limpiopungo fahren, die auf 3.830 m Höhe liegt. Hier geht es auf unsere erste kleine Wanderung. Die Luft ist dünn und wir müssen es gemächlich angehen.


Die Landschaft aber ist beindruckend schön und belohnt unsere Anstrengung.   Bei stahlblauem Himmel haben wir uneingeschränkte Blicke über die weite Landschaft, auf den atemberaubend schönen Vulkan und die im Park  wild lebenden Pferde, Kühe und Rehe. Unser Mittagessen verzehren wir im Bus auf unserer abenteuerlichen Fahrt nach  El Salitre, einer alten Festung aus der Inkazeit. Die Straße dorthin ist eine echte Herausforderung für unseren Busfahrer Luis und wir sind froh wieder heil auf die Hauptroute zu kommen. Auch unser Geocacher kommt auf dieser Route auf seine Kosten. Auf der Rückfahrt aus dem Park wird  sein begehrter  Schatz   gesucht und in Windeseile  gefunden.  Bei Dunkelheit erreichen wir unser Tagesziel Papallacta. 


Das Dorf Papallacta ist bekannt für seine Thermalquellen, welche bei Einheimischen und Gästen sehr beliebt sind, wegen des heilenden Wassers und als Entspannungsort. Wir wohnen  im wunderschönen  Papallacta Spa Hotel in kleinen Bungalows mit eigenen Thermalpools. Im Hotelrestaurant verspeisen wir frische köstliche Forellen aus der Region und nach dem Abendessen liege ich noch entspannt in einem der  vor den Bungalows liegenden Pools um mit Blick in den Sternenhimmel nach der anstrengenden Tour zu entspannen.


16.11.2016

Erst am nächsten Morgen eröffnet sich  uns der Blick auf die wunderschöne Gartenanlage und die großen Pools der Thermalanlage. Morgens um 06.00 Uhr, noch vor dem Frühstück, treffen sich die Frühaufsteher zum ersten Bad. Wir fahren erst am Späten Vormittag ab um die Quellenanlage  genießen zu können und haben an diesem Tag das Glück bei strahlendem Sonnenschein den nahe gelegenen Vulkan Antisana (5758 m) mit seinem schneebedeckten Gipfel von unserer  Gartenanlage  aus zu sehen. Der Abschied fällt schwer, denn das Hotel und die Landschaft sind traumhaft. Allerdings nur kurz, denn die Straße gen Süden führt durch üppig grüne Landschaft mit tiefen Schluchten, kleinen Wasserfällen und  einem wildromantischen Flusslauf in Richtung Dschungel. Im kleinen Ort Baeza, erstürmen wir den Supermarkt und einen kleinen Obstladen bevor wir in unsere Amazonas Lodge Huasaquila im heiligen Tal von Cotundo fahren. Dort werden wir schon erwartet und mit einem köstlichen Mittagessen begrüßt. 


Die Lodge liegt in einem wundervollen tropischen Garten mit vielen blühenden Pflanzen und einem kleinen See mit Fischen und Wasserschildkröten. Nachdem wir unsere heimeligen Bungalows bezogen haben geht es mit Gummistiefeln ausgestattet bei leichtem Regen mit unserem örtlichen Naturführer auf eine kleine Wanderung durch den Dschungel zum Wasserfall Hausaquila. Wir sehen Termitenbauten, diverse Heilpflanzen der indigenen Bevölkerung und verschiedene Vogelarten und dürfen uns an Lianen durch die Lüfte schwingen. 


Es ist ein anstrengender Marsch, aber ich sehe in den müden Gesichtern meiner Mitstreiter auch ein Strahlen in den Augen. Renate bekommt von unserem Naturführer eine Dschungelkrone gebastelt und aufgesetzt. Wir sind in einer anderen Welt!  Am Abend fahren wir in das benachbarte Dorf um das Leben der dort lebenden Kichwa „Indigenos“  kennen zu lernen. Die Frauen des Dorfes stellen uns ihre verschiedenen Aufgaben in der Dorfgemeinschaft und einige Tänze  vor und der junge Schamane des Dorfes führt uns eine Heilung vor. Im Dorf wird ein Kirchenfest gefeiert und die Dorfbewohner sind im kleinen Gemeindehaus zum Gottesdienst zusammengekommen. Wir schauen uns die Zeremonie einen Moment von außen an bevor wir zurück in die Lodge fahren. Mit den Geräuschen der Natur schlafe ich ein.
 


17.11.2016

Bevor wir unsere heutige Tour auf dem Rio Napo starten können muss erst einmal der Wagenheber eingesetzt werden, denn ein Stein hat sich zwischen den Doppelreifen unseres Busses festgesetzt. Mit vereinten Kräften wird bei tropischer Hitze  auf Hochtouren gearbeitet bis der Stein sich endlich löst. Aber damit nicht genug, auch im zweiten Reisen hat sich ein Stein verkeilt der gelöst werden muss. Unser Busfahrer Luis muss erst mal was trinken bevor wir endlich losfahren können. Am Ufer des Rio Napo steigen wir in Boote um zur Tierauffangstation „amaZOOnico“ zu gelangen. Wegen Niedrigwassers müssen wir aber nach einiger Zeit aus dem Boot steigen um einen  Teil des Weges zu Fuß abzulegen  und über steiniges Geröll zur anderen Uferseite zu gelangen. Es ist heiß und die Luftfeuchtigkeit hoch. Trotzdem sind wir guter Dinge und genießen das kleine Abenteuer. In  der größten und ältesten Station Ecuadors werden Tiere aus dem illegalen Tierhandel gesund gepflegt und wenn möglich  wieder im Schutzwald ausgewildert. Rund 500 Tiere- unter anderem Affen, Brillenbären, Tapire, Pekaris, Tukane  und andere Vogelarten leben hier und warten auf ihre Auswilderung. Weiter geht es den Fluss abwärts zum geschützten Primärwald „ Selva Viva“ auf eine Dschungelwanderung. Hier ist der Dschungel noch viel dichter als am Vortag  und es ist noch beschwerlicher sich bei der großen Hitze durch die unwegsamen Wege zu schlängeln. Unser Naturführer macht uns als Vorreiter mit der Machete den Weg frei.  Trotz aller Beschwerlichkeiten genießen wir jeden Moment und werden mit Blicke auf exotische Pflanzen und  riesige Schmetterlinge belohnt. Am Ende des Pfades stehen riesige … Bäume. Gruppenfotos werden gemacht bevor wir uns auf den Rückweg zum Boot machen. Auf der Weiterfahrt nach Puerto Misahualli  stoppen wir noch bei einem Kichwa Dorf um als Mittagessen einen superleckeren Tilapia (Fisch) zu verspeisen. Unser Bus erwartet uns schon  im kleinen Dschungelstädtchen und wir genießen auf der Rückfahrt den Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen in der Lodge dürfen wir  gemeinsam mit unserem Reiseleiter und dem Naturführer unsere eigene Schokolade herstellen.  Wir mahlen Kakao, mischen ihn mit Zucker, Milch und Zimt und kochen ihn auf. Dazu werden uns frische Erdbeeren und Bananen gereicht. Köstlich!   


18.11.2016 

Schade dass wir schon wieder abreisen müssen. Heute geht es aus dem Amazonasgebiet über die  Straße der Wasserfälle zurück ins Andenhochland. Wir halten  auf der Strecke nach Banos in Puyo, dem Zentrum  der Basaltholzverarbeitung und bekommen dort die Gelegenheit einige Souvenirs aus Basaltholz zu erstehen. Viele bunte Tukane und Papageien aus Holz lachen uns im Geschäft entgegen. Auf der Straße vor dem Geschäft ist eine Demonstration der indigenen Bevölkerung mit Kriegsbemalung und Tänzen. Nur langsam kommen wir  durch die gefüllte Straße aus der Stadt.  Unser nächster Halt gilt  der Wanderung zum Wasserfall Pailon del Diablo, dem sog. „Teufelsbecken“, der sich über mehrere Kaskaden donnernd in die Tiefe stürzt. Von der auf dem Weg liegenden Hängebrücke hat man einen super Blick auf das tosende Wasser. Er ist der schönste und beeindruckendste der zahlreichen Wasserfälle in der Gegend rund um Baños und der steile Weg  bergab (und dann den ganzen Weg zurück bergauf!!!!) lohnt sich trotz aller Anstrengungen. Diesem Wasserfall, der sich über mehrere Kaskaden donnernd in die Tiefe stürzt,  kommt man nicht nur man durch  schulterhohe Gänge sehr nah. 


Ein Felsen in der Mitte des Wasserfalls soll wie eine Teufelsnase aussehen und kann über viele verschiedene Aussichtspunkte bestaunt werden. Nach der Mittagspause in einem der kleinen Restaurants des Ortes geht es weiter zur abenteuerlichen Seilbahn Tarabita am Manto de la Novia  welche über den Fluss zu einem Wasserfall gleitet. Nichts für Leute mit Höhenangst. Ich schaue lieber zu, aber die  restliche Truppe hat sichtlich Spaß bei der Fahrt. Kurz darauf erreichen wir unser Tagesziel, den Thermalort Banos  am Fuße des Vulkans Tungurahua, einem der aktivsten von Ecuador. Banos ist der Ort für Aktivtouristen und bietet jegliche Art von Aktivität wie Canyoning,  Bungee Jumping, Mountainbiking, Rafting oder Wandern. Wir nutzen die verbliebenen freien Stunden für eine Bummeltour durch die belebten Straßen des Ortes. In der Stadt ist viel los, denn die Schönheiten der Region stellen sich bei einem Umzug durch die Stadt als Schönheitskönigin zur Wahl. Unser Abendessen nehmen wir gemeinsam in einem netten Restaurant in der Innenstadt ein. Wir laufen noch ein bisschen durch das Städtchen bevor es zurück ins Hotel geht. Aber oh Schreck: Unmittelbar neben unserem Hotel feiert eine Schule ihr hundertjähriges Jubiläum bei lauter Tanzmusik und nächtlichem Feuerwerk. Wir feiern noch ein bisschen mit, bevor wir müde in die federn fallen. Sehr spät kehrt Ruhe ein.
 


19.11.2016 


Nach dem Frühstück treffen wir uns zu einer Wanderung zur Statue Virgen del Agua Santa, einer Marienfigur oberhalb des Ortes Banos, die man nur über einen Weg mit über 600 Stufen bergauf  erreichen kann. Langsam schleppen wir uns den Weg hinauf, doch oben angekommen eröffnet sich  zu unserer Begeisterung  ein wundervoller Ausblick auf die Stadt. Es geht weiter, fast auf einer Ebene  oder mit nur leichten Anstiegen über einen  landschaftlich wunderbaren Pfad zum Aussichtscafe „Cafe del Cielo“  im Luxushotel Luna Runtum, das auf einer steilen Felswand mit Blick auf Banos thront. Geplant war hier zu Mittag zu essen, aber leider ist das Café geschlossen. Planänderung! Unserer unser Busfahrer erwartet uns schon um noch weiter bergauf zur nächsten Attraktion zu fahren. Was zunächst aus der Ferne wie eine alte, langweilige Holzschaukel, die an einem kleinen Baumhaus baumelt, ist in Wirklichkeit eine wahre Touristenattraktion. Kein Wunder, schließlich befindet sich die besagte Schaukel direkt über dem angrenzenden Tal und man schwingt etwa 2600 Meter über dem Meeresspiegel hin und her. 


Ein Blick in den tiefen Abgrund ist hier unvermeidbar und nichts für schwache Nerven oder Menschen mit Höhenangst. Schwindelfreiheit ausdrücklich erwünscht. Aber kaum zu glauben, einige Gruppenteilnehmer wagen sich tatsächlich und schwingen mit lauten Jauchzern über das Tal.  Vielleicht war es gut, dass wir noch nichts gegessen haben :).Mama Tunguraua hat sich leider hinter den Wolken versteckt und zeigt sich  heute leider nicht. Auf der Rückfahrt halten wir noch beim Mirador La Cruz de Bellavista, einem Kreuz, das nachts beleuchtet wird und von dem man noch einmal einen anderen tollen Blick auf die Stadt hat. Dann geht es zurück in die Stadt. In der Vergnügungsmeile von Banos nehmen wir unser Mittagessen ein. Ein Teil der Gruppe geht shoppen und der andere Teil besucht die kleine Kathedrale mit wunderschönen Gemälden  über die Geschichte und Vulkanausbrüche der Stadt. Auch für den Abend teilt sich die Gruppe, denn nur ein Teil der Teilnehmer möchte die Spezialität „ Meerschweinchen“ kosten. Sie kehren im Lokal einer alten Dame ein, die nicht nur kochen sondern auch noch singen kann. Ein einmalig heiteres Erlebnis. Die kleinen „Tierchen“ haben wohl geschmeckt.  Ich folge der Gruppe Unwilliger und wir laufen zum beleuchteten Wasserfall am Ende der Straße direkt neben den Thermalquellen. Da Wochenende ist, tummeln sich dort viele Ecuadorianer im heißen Wasser. Wir lassen uns im Casa Hood, einem netten Café mit internationaler Küche und Treffpunkt viele Backpacker,  nieder und genießen  internationale Köstlichkeiten. 


20.11.2016


Ein neuer spannender Tag. Wir müssen heute noch früher aufstehen als sonst, denn unser Zug in Alausi  fährt nur einmal am Tag. Die Sonne scheint und, kaum zu glauben, wir haben einen supertollen Blick auf Mama Vulkan Tunguraua. Zum Glück dampft und spuckt er nicht sondern zeigt sich von seiner ruhigen aber sehr klaren Seite.  Erst 2016 hatte er Dampf, Asche  und Lava gespuckt. Auf der Weiterfahrt sehen wir schon von weitem die weiteren Vulkane Althar und den größten Vulkan Chimborazo. Sind wir nicht Glückskinder? Auf dem Weg machen wir einen Stopp bei der frühkolonialen Kirche La Balbanera, der ältesten Kirche Ecuadors. Als eines der ersten Gebäude haben die Spanier das schlichte und dennoch eindrucksvolle Gotteshaus im Jahr 1524 errichtet.


Die Landschaft verändert sich. Es wird lieblicher und grüner. Die indigene Bevölkerung dieser Region leben von Ackerland und Viehzucht. Dann wieder wird die Landschaft karger und gebirgiger. Wir nähern uns dem Städtchen Alausí und laufen nach Ankunft in wenigen Minuten zum Bahnhof des Ortes, wo unsere 2,5-stündige Fahrt mit dem Andenzug zur legendären Teufelsnase, „Nariz del Diablo“, beginnt. In einem abenteuerlichen Zickzackkurs tastet sich die Diesellok langsam in das steil abfallende Tal des Chanchán-Flusses vor und legt dabei einen Höhenunterschied von rund 100 m zurück. Ein technisches Meisterstück und eine der beeindruckendsten Bahnstrecken der Welt. Zur einen Seite ist die Felswand des mächtigen Berges „Nariz del Diablo“, der Teufelsnase, nur eine Handbreit entfernt, zur anderen Seite bietet die zerklüftete, weite Andenlandschaft einzigartige Panoramen und bilderbuchähnliche Fotomotive. Zwar ist es aus Sicherheitsgründen seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt, während der Fahrt auf dem Dach der Wagons Platz zu nehmen, aber die atemberaubenden Ausblicke und die meisterhafte Ingenieursarbeit, die den Zug die 12 km lange Strecke von Alausí nach Sibambe entlang zuckeln lassen, sind auch vom Innenraum der Bahn aus atemberaubend. Von Alausí aus fahren wir weiter zum Inka Dorf Ingapirca. Es ist die bedeutendste Inka-Fundstätte Ecuadors. Sie befindet sich außerhalb des Ortes Cañar. Auf einem Rundgang erklärt und Luis die einzelnen Gebäude mit Ihren Bedeutungen und wir sehen neben der Anlage unsere ersten Alpakas und Lamas.  Am Abend erreichen wir Cuenca und checken in unserem in der Altstadt  gelegenen Hostal el Campanario ein. Ein kurzer Spaziergang durch die Altstadtgassen führt und zu unserem Restaurant zum Abendessen.


21.11.2016 


Cuenca wird mit Recht als schönste Stadt Ecuadors bezeichnet. Für ihre bezaubernde Altstadt, die unzähligen Kirchen und die schmalen, kopfsteingepflasterten Gassen und die kolonialen Häuser mit beeindruckenden Fassaden, den reichlich verzierten, gewundenen Eisenbalkonen und den roten Dächern, wurde die Stadt 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Bei einem Stadtspaziergang besichtigen wir  heute die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Die Wahrzeichen der Stadt bilden die Neue Kathedrale und die Alte Kathedrale, die sich  durch einen Park getrennt direkt gegenüberstehen. Danach schlendern wir zu einem Blumenmarkt und im Anschluss zu den Markthallen der Stadt, wo Luis uns die vielen verschiedenen Früchte vorstellt. Nach einem kurzen Stopp beim Bäcker geht es dann zu einer Panamahutmanufaktur. Auch wenn es verwirrend ist-die Panamahüte kommen aus Ecuador-und da am besten aus Cuenca, der Heimatstadt dieses Hutes. Es macht nicht nur den weiblichen Reiseteilnehmern  Spaß die vielen verschiedenen Modelle zu probieren und wir verlassen den Laden erst nach einer gewissen Zeit mit  nicht wenigen Hutkartons. Unser Spaziergang endet an der Flusspromenade des Tomebamba Flusses wo uns unser „ Busfahrer Luis „ bereits erwartet und  fahren zu einem Aussichtspunkt über die Stadt. Den Nachmittag verbringen wir in der kleinen Stadt Chordeleg, die bekannt für ihre filigranen Silberschmuckwerkstätten ist. Leider sind in der Nebensaison viele Geschäfte geschlossen und wir sind nicht so richtig begeistert von unserem Ausflug. Lieber wären wir länger in Cuenca geblieben. Das Abendessen nehmen wir in einem netten Restaurant in der Neustadt ein.


22.11.2016 


Heute steht eine Wanderung auf dem Programm. Für Naturliebhaber und Wanderer ist der 30 Kilometer entfernte Nationalpark Parque Nacional Cajas das optimale Ausflugsziel. Die eindrucksvolle Panoramalandschaft ist von der letzten Eiszeit geprägt. In einer Höhe zwischen 3.000 und 4.000 Meter befinden sich 31 atemberaubende Lagunen. Mit seiner einzigartigen Fauna und Flora bietet der Nationalpark vielen seltenen Vogelarten einen Zufluchtsort. Unsere Wanderung startet auf 3600 Meter Höhe mit super Weitblick über die Lagunen und die Berge des Parks. Eigentlich müsste es um diese Jahreszeit regnen und nebelig sein, aber wir sind mal wieder Glückskinder und alle total begeistert von der Umgebung und dieser tolle Tour, zum Glück bergab. Am Ende der Wanderung erreichen wir eines der für diese Region bekannte Polylepiswäldchen. Diese sind eine der am Höchsten gelegenen Wälder unseres Planeten.
Unseren Lunch nehmen wir nach einer kurzen Busfahrt einige hundert Meter niedriger zu uns. Wir wandern durch den unteren und neu aufgenommenen Teil des Parks um eine wunderschöne Lagune Llaviucu und komplett anderer Vegetation mit Trompetenbäumen, Orchideen und Palmen.  Hurra, am Ende unserer Wanderung begegnen uns endlich  die lang ersehnten Alpakas und Lamas. Wir fotografieren aus allen Perspektiven. Zurück in Cuenca angekommen haben wir Freizeit und ich gehe noch einmal auf Shoppingtour. Während ein Teil unserer Gruppe zum Schweinefleischessen geht,  schließe ich mich der „ Pizzagruppe“ an. Nach so viel Fleisch muss es mal was Einfaches geben. Zudem heißt es  mal wieder Koffer packen, denn morgen geht es weiter ins Tiefland.
 


23.11.2016 


Eine lange Fahrt steht vor uns. Nachdem einen Fotostopp am Pass Tres Cruces auf 4.167 Metern geht es nun nur noch bergab ins tropische Tiefland von Ecuador mit Bananen- und Kokosplantagen. Gegen Mittag erreichen wir die größte Stadt des Landes Guayaquil.   Obwohl die meisten Leute, die nach Guayaquil kommen, eher Geschäftsreisende als Touristen sind, so hat die Stadt doch einige Attraktionen, die es lohnt zu sehen. Nach dem Eichecken im Hotel und einer kurzen Mittagspause fahren wir ans Flussufer, zur erst 2014 eingeweihten autofreien Brücke zur Insel Santay. Von der Brücke aus haben wir einen tollen Blick auf die Innenstadt von Guayaquil. Die von Mangroven bedeckte Insel Santay wurde erst vor einigen Jahren unter Naturschutz gestellt und gilt gemeinsam mit der neuen Brücke zum Aushängeschild des ökotouristischen  Projekts „ Guayaquil Ecologico“. Laufstege  schützen die Landschaft und führen uns durch eine tropische Pflanzenwelt mit vielen  verschiedenen Vogelarten und einem Bereich wo wir Krokodile sehen können. Eine tolle Ruheoase neben der großen Stadt. Per Boot geht es zurück an den Hafen und direkt weiter  zum alten  Bezirk “Las Peñas”, dem einzigen Teil der Stadt, in dem die Holzhäuser nicht durch Brände zerstört wurden. Hier kann einen kleinen Eindruck davon gewinnen, wie malerisch das koloniale Guayaquil ausgesehen haben muss. Über 444 Stufen erreichen wir den dort stehenden Leuchtturm mit tollem Blick auf die Stadt und den Sonnenuntergang. Die Stufen wieder hinab erreichen wir die super schicke  Uferpromenade  „ El Malécon“ die sich 2,5 km entlang des breiten Rio Guayas erstreckt. Neben verschiedenen Museen und Skulpturen findet man hier auch Spielplätze, Kinos, Restaurants und Geschäfte. Eine Fahrt mit dem Riesenrad verschafft einem Teil unserer Gruppe einen bezaubernden Blick auf die Stadt. Unser Abendessen nehmen wir im Hotel ein.
 


24.11.2016 


Heute geht es zu den lang ersehnten Galapagos Inseln. Aber vorher macht sich ein Teil der Gruppe  noch vor dem Frühstück auf den Weg um  im Parque Bolivia, gegenüber der Kathedrale, zahme Landleguane zu bewundern. Und tatsächlich sehen wir die prähistorisch aussehenden Tiere in großer Zahl.  Nach dem Frühstück geht es dann auf direktem Wege zum Flughafen und nach vielen Formalitäten per Flieger auf die Insel  San Cristobal.  Hurra, wir sind auf Galapagos!!! Unser örtlicher Naturführer erwartet uns schon am kleinen Flughafen am Rande der Stadt und die ersten gelben Vögelchen fliegen um uns herum. Es ist nur eine sehr kurze Fahrt bis zu unserem super netten Hotel in Puerto Baquerizo Moreno. Im schattigen Restaurant Rosita`s stärken wir uns erst einmal mit Meeresfrüchten  bevor wir uns in einer Tauchschule Neoprenanzüge und Schnorchel Ausrüstung leihen. Schon direkt vom Passagieranleger aus sehen wir die ersten Seelöwen am Strand liegen. Die erste Gänsehaut überkommt mich vor Begeisterung.  Ganz nah kommen wir den possierlichen Tieren auf unserem Weg vorbei an der Playa Man zum Interpretationszentrum, das die Besucher über Wissenswertes über die Geschichte der Galapagos Inseln – Flora & Fauna und die Entstehungsgeschichte – informiert. Von hier aus laufen wir auf einem aus Stelzen gebauten Holzweg zur Aussichtsplattform auf der Spitze des Hügels Cerro Tijeretas.  An der Felsbucht Las Tijeretas  unterhalb des Aussichtspunkts steigen wir zum Schnorcheln ins Wasser und die nächste Gänsehaut setzt ein. Viele bunte Fische und Fischschwärme tummeln sich in dieser Bucht. Sogar Rochen bekommen wir zu sehen und, was wir vor lauter Staunen nicht  bemerken, ist, das Seelöwen um uns herum spielen und mit uns tauchen. Ich hatte zwar das ein oder andere Mal das Gefühl, das ich von etwas berührt werde, aber sehen konnte ich nichts. Voller Glück im Herzen laufen wir zur  Sonnenuntergangszeit zurück in den Ort.  Am Golden Bay Hotel, direkt am kleinen Ortsstrand mit vielen Seelöwen setzen wir uns an die Bar um einen leckeren Cocktail mit Blick auf das Meer und die possierlichen Tiere zu genießen.  Was für ein schöner Tag.  Das Abendessen nehmen wir wieder in unserem Mittagsrestaurant ein.


25.11.2016 


Die Hähne des Ortes haben mich heute geweckt. Davor habe ich wie ein Murmeltier geschlafen. Da es noch Zeit  bis zum Frühstück ist, laufe ich mit einer weiteren Frühaufsteherin schon einmal zum Hafen und bewundere die knallroten Klippenkrebse, Pelikane, Erdechsen und Seelöwen die auch schon wach sind. Nach dem Frühstück starten wir zu einer Bootsfahrt zur Insel Lobos. Die kleine Insel ist nach den vielen Seelöwen die hier leben benannt. 
Aber nicht nur Seelöwen sehen wir auf der unserer Wanderung über die Insel, sondern auch jede Menge Meeresechsen, Blaufußtölpel und Fregattvögel, die die Insel als Nistplatz nutzen. Es ist unglaublich wie nah wir den Tieren kommen. Im Anschluss an unsere Wanderung bekommen wir die Gelegenheit zu einer weiteren Schnorchel Tour. Das Wasser ist wirklich eiskalt aber es lohnt sich auch hier den Kopf ins Wasser zu stecken. Seelöwen tauchen auf uns zu oder an uns vorbei. Meeresechsen weiden an Wasserpflanzen und große Fische und Fischschwärme schwimmen um uns herum. Mir ist richtig schlecht vor Kälte und Anstrengung aber trotzdem bin ich glücklich über dieses tolle Erlebnis. Zum Mittagessen ankern wir  direkt vor dem puderzuckerweißen Strand Ochoa, der nur per Boot erreichbar ist. Erst nach dem Essen dürfen wir an Land gehen oder in die Fluten tauchen. Ein Seelöwe versucht mit lautem Gebrüll seinen Strand zu verteidigen und schwimmt um die kälteresistenten Badenden herum. Ein Pelikan gesellt sich ebenfalls zu den Schwimmern. Ansonsten haben wir den Strand ganz für uns alleine und genießen die wärmende Sonne und die fast unwirklich erscheinende Kulisse. 


Dann heißt es Abschied nehmen und Rückfahrt nach San Cristobal. Dort angekommen und nach Abgabe der Schnorchel Ausrüstung im Tauchshop mieten wir uns mehrere Taxis um zum Strand La Loberia zu fahren. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Strand sehen wir einige prachtvolle Lavaechsen und in der Luft wieder jede Menge Fregattvögel.  Aber ein richtiges Highlight dieses Ausfluges sind die unzähligen Seelöwen mit denen wir uns den Strand teilen.
Seelöwenbabys robben sich neugierig an unsere Füße und balgen sich um uns herum. Seelöwemütter säugen Ihre Kleinen und die dicken Machos schwimmen in der felsigen Bucht und verteidigen ihr Revier. Ich bin einfach nur überwältigt von diesem Erlebnis.  Da der Strandweg zurück gesperrt ist fahren wir mit dem Taxi zurück zum Hotel. Für das Abendessen hat uns Luis einen Tisch in einem sehr typischen Grillrestaurant reserviert. Was für ein Essen! Unser Tisch füllt sich mit  Garnelen, Fisch, Schweinefleisch, Rindfleisch, Hähnchen, Kartoffel, Reis und Gemüse und es schmeckt  alle einfach nur fantastisch. Den Abend lassen wir in im Innenhof unseres Hotels  bei Wein, Bier und einem netten Plausch ausklingen. 


26.11.2016


Schon wieder heißt es Abschied nehmen. Unsere kleine Jacht wartet am Hafen schon auf uns  um uns auf die Insel Santa Cruz zu schippern. Zur Sicherheit schlucke ich noch eine Pille gegen Seekrankheit, denn die See ist bewegt. Knapp 2 Stunden fahren wir über das Meer, vorbei an der Insel  Santa Fe nach Puerto Ayora auf Santa Cruz.  Hier dreht die Welt sich schon ein bisschen anders, das merkt man direkt bei der Einfahrt in den Hafen. Viele kleine Jachten liegen im Hafen und schon vom Wasser aus können wir erkennen, dass dieser Ort viel größer ist als Puerto Baquerizo Moreno.  Puerto Ayora ist mit rund 12.000 Einwohnern der größte und damit auch bedeutendste Ort auf den Galapagosinseln. Ein Bus holt uns am Hafen ab und fährt uns in unser Hotel Mainao. Ein süßes Hotel, total verwinkelt gebaut sieht es eher griechisch aus, oder wie ein Hundertwassergebäude. Luis hat uns den Tipp gegeben gleich mal zum nahe gelegenen Fischmarkt zu laufen, den dort haben wir gute Chancen Tiere zu sehen. Nach noch nicht mal 5 Minuten Fußweg erreichen wir den kleinen Markt und richtig, die Fischer sind umzingelt von Seelöwen, Pelikanen, Möwen und Wasserechsen die nur darauf warten einen Leckerbissen abzubekommen. Und alle bekommen immer ein Stückchen ab. Das Fischfilet der Fischer, den Kopf der Seelöwe und den Rest die Pelikane und Echsen. Ein tolles Spektakel. Zum Mittagessen laufen wir wieder zurück an den Hafen um in  einem netten Restaurant zu speisen. Danach steigen wir in eines der vielen Wassertaxis um  an einen nur per Boot erreichbaren Hafenbereich zu gelangen.


Unser erstes Ziel ist der Strand Punta Estrada mit kristallklarem  Wasser. Wir laufen in die  Fluten und genießen das kühle Nass.  Luis und Bernhard haben schon einmal den Weg zu Las Grietas geprüft und „grünes Licht“ gegeben. Der Weg ist wieder frei. Las Grietas ist eine Schlucht, in der man schnorcheln oder schwimmen kann. Auf dem Weg dorthin laufen wir durch eine Landschaft mit Wasserläufen und riesigen Kakteen. 

Wir passieren einen Salzsee, in dem sich verschiedene Vogelarten wie Lavamöwen und Bahamaenten tummeln. Dann erreichen wir den Canyon.  Das Wasser in Las Grietas besteht aus 2 Schichten. Oben befindet sich Süßwasser vom Regen und unten befindet sich das Salzwasser, das aus dem Meer hierhin fließt. Man kann die Holzstiegen hinuntersteigen und in dem kaltem Wasser baden, aber uns ist der Badeplatz zu voll und so laufen wir an der Oberkante der Felsenschlucht auf einem Pfad in Richtung Meer bis zu einem wunderbaren Aussichtspunkt mit Blick auf das Meer und die dort liegenden Schiffe. Auf dem Rückweg gehen wir noch einmal kurz ins Wasser, doch durch die Ebbe ist das Wasser extrem niedrig und wir müssen weit in die Bucht hineinlaufen um zu schwimmen.  Das Abendessen nehmen wir im gleichen Restaurant zu uns. Auf dem Rückweg bummeln wir durch die vielen Souvenirläden und beenden den Abend mit einem leckeren Cocktail in einer der vielen Bars. 
 


27.11.2016 


Heute geht es ins Hochland der Insel Santa Cruz. Unser örtlicher Naturführer holt uns mit einem Bus ab und wir fahren ins Inselinnere. Die Landschaft ändert sich von der trockenen kakteenreichen Ebene zur gebirgigen feuchten Region mit grünen Wiesen und Scalesia Wäldern.  Auf unserer Fahrt zu den Los Gemelos entdecken wir schon links der Straße riesige wilde Schildkröten. Die Zwillingskrater (Los Gemelos) sind in Wirklichkeit keine richtigen Krater, sondern haben sich durch einen Einsturz des Oberflächenmaterials zu Spalten und Kammern herausgebildet. Sie sind mittlerweile gut bewachsen und Lebensraum für Sumpfohreulen und weitere Vögel.  
Wir wandern durch die grüne verwunschene Landschaft mit  bemoosten Bäumen,  die an Brokkoli erinnern. Weiter  geht es, vorbei an dem kleinen Ort Santa Rosa in  das private Reservat El Chato in dem man “wilde” Riesenschildkröten in ihrem natürlichen Habitat erleben kann. Auf dem Weg dorthin sehen wir wieder vom Bus aus viele wild lebende Riesenschildkröten und halten am Straßenschild „ Turtle Crossing“ um ein Foto zu schießen.


Schon auf dem Parkplatz zur Farm kommt uns eine Schildkröte sehr nah und wird von allen Seiten fotografiert. Auf der Farm bekommen wir die Gelegenheit Galapagos Kaffee zu probieren und zu kaufen. Wer Lust hat darf in einen leeren Schildkrötenpanzer klettern um am eigenen Leibe zu erleben wie schwer so ein Panzer ist. Luis sieht wirklich lustig als Schildkrötenmacho aus und auch unsere weiblichen Reiseteilnehmer lassen sich nicht lumpen und steigen  zum Vergnügen der Anderen in die harte Hülle. 
Dann endlich dürfen wir eigenständig durch die Anlage laufen und uns die dort lebenden Riesenexemplare anschauen. Schildkröten sind sehr schüchtern und geben Zischlaute von sich, wenn man ihnen zu nahe kommt. Einigen  Tieren sind unsere Fotoattacken nicht so ganz geheuer und  geben genau diese Zischlaute von sich. Galápagos-Riesenschildkröten gehören zu den größten Landschildkröten  der Welt. Größen- und Gewichtsangaben sind oft unterschiedlich, aber eine Panzerlänge von mindestens 1,80 m scheint belegt zu sein .Manche Galápagos-Riesenschildkröten haben einen kuppelförmigen Panzer, manche einen sattelförmigen. Auf den Inseln, die heißer und trockener sind, besitzen die Schildkröten eher sattelförmige Panzer. Die Form hilft ihnen, ihren Hals höher zu strecken, um damit höher wachsende Pflanzen zu erreichen. Die Galápagos-Inseln wurden nach den Schildkröten benannt und tatsächlich steht im spanischen das Wort Galápago unter anderem auch für den Begriff Sattel.  Auf dem Gelände gibt es auch eine Höhle durch die man wandern kann. Das lassen sich die meisten Mitreisenden nicht zwei Mal sagen und wandern durch die großräumige Erdkammer. Wir fahren zum Mittagessen zurück nach Puerto Ayora. Nach dem Essen laufen wir zur Forschungsstation Charles Darwin, der ehemaligen Heimat von  „ Lonesome George“ und heutiger Forschungsstation in der sich über 200 Wissenschaftler mit  Forschung und Naturschutz befassen. Lonesome George (engl. „einsamer George“) war eine Galápagos-Riesenschildkröte der Unterart Pinta-Riesenschildkröte. Er stammte von der Insel Pinta auf den Galápagos-Inseln, wo er 1971 entdeckt wurde und war bis zu seinem Tod in der Forschungsstation der Charles Darwin Foundation untergebracht. Lonesome George wurde ca. 100 Jahre alt und wog etwa 90 kg. Er starb am 24. Juni 2012 als vermutlich letztes Individuum seiner Unterart. In der Forschungsstation bekommen wir die Schildkröten mit Sattelpanzer und Landechsen zu sehen.  Die eigentlichen Forschungsgebäude bleiben für uns verschlossen. 


Die heisse Mittagszeit verbringe ich mit Packen, denn morgen soll es wieder nach Hause gehen. Es ist Sonntag und die ecuadorianische Bevölkerung trifft sich in gelb oder blau gefärbten Fußballtrikots gekleidet zum Publik Viewing in den örtlichen Bars. Die Stimmung ist super und auch vom Hotel aus kann man hören, wenn wieder einmal ein Tor gefallen ist. Es ist noch ein bisschen Platz in meinem Koffer und ich gehen noch einmal ein paar Erinnerungsstücke im Ort kaufen. 
Das letzte gemeinsame Essen wollen wir heute noch einmal ganz typisch in der Straße Charles Binford einnehmen, die abends zur Fressgasse wird. Wo tagsüber Autos fahren stehen abends lange Tische und Bänke umsäumt von unzähligen Grillrestaurants mit frischen Meeresfrüchten. Zur Feier des Tages gibt es heute Hummer gegrillt zu essen. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. Die Gruppe ist mit der Zeit zusammengewachsen und es wird viel gelacht und erzählt. Nach einem letzten Bummel durch die Stadt kehren wir noch einmal in einer der Cocktailbars ein um unsere Reise feuchtfröhlich ausklingen zu lassen.
 


28.11.2017 


Ein letztes Frühstück im Hotel. Vier Teilnehmer die verlängert haben werden verabschiedet. Die restlichen Heimreisenden müssen leider in den Bus zum Flughafen steigen. Der Abschied fällt schwer, denn es hätte noch viel zu Sehen gegeben. Wir fahren noch einmal über das Hochland zum nördlichen Teil der Insel wo schon das kleine Fährschiff zur Flughafeninsel Baltra  auf uns wartet. 
Die Koffer werden auf das Schiffsdach verladen und wir überqueren in kurzer Fahrt den Kanal. Die letzten Fische werden im glasklaren Wasser gesichtet und dien letzten Pelikanen fliegen oder schwimmen an uns vorbei. Dann heißt es wirklich Abschied nehmen. Der an Land wartende Bus bringt uns zum kleinen freundlichen Flughafen mit  Geschäften und einigen Restaurants. Gegen Mittag startet unser Flieger nach Guayaquil. Dort heißt es Abschied von Luis nehmen, der von dort aus weiter nach Quito reist. Eine Maschine der Fluggesellschaft LATAM  bringt uns nach Madrid. Dort heißt es noch einmal umsteigen in den Flieger nach Frankfurt. Dort angekommen bringt uns  unser Sammeltaxi nach Hause.     
Leider ist auch die schönste Reise irgendwann einmal vorbei. Ecuador hat mich total begeistert und überrascht und ich wäre gerne noch länger geblieben. Es ist sehr vielseitiges Land mit unterschiedlichsten Landschaftsformen und  Vegetationszonen, unglaublich netten Menschen, interessanten Städten und einzigartigen Tieren.


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