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Afrika

Uganda

Erlebnis Uganda

(Reisebericht von Angela Göttling, hartmann-reisen)

In Ruanda hatten mein Mann und ich bereits das große Glück Berggorillas in ihrem ursprünglichen Lebensraum beobachten zu dürfen und nach einigen Überlegungen und Abwägen wohin uns unsere diesjährige Reise führen sollte, entschieden wir uns letztendlich für Uganda, denn auch dort besteht die Chance die Berggorillas im Bwindi Forest National Park zu besuchen. Zudem war Uganda noch ein schwarzer Fleck auf unserer Afrika Reiselandkarte.

Wir bereiteten uns auf diese Reise intensiv vor, lasen diverse Reiseführer, stöberten in unterschiedlichsten Foren und gerieten auch nicht in Panik, als nur ein paar Wochen vor unserer Abreise im Kibale Distrikt das Ebola Fieber ausbrach. Wir behielten die Berichterstattung der WHO sorgfältig im Auge und beruhigten unsere Familie und Freunde. Voller Vorfreude starteten wir unsere Reise mit einem Condorflug via Nairobi nach Entebbe/Uganda.

Dieses Mal reisten wir nicht allein sondern zu dritt, da mein Mann seinen Cousin Götz mittlerweile mit unserer Afrikaliebe angesteckt hatte und dieser sich sehr spontan entschloss, noch mit uns zu reisen. Sein erster Trip auf diesen Kontinent, dann gleich Uganda und zusätzlich noch das Ebolafieber? Wir waren ziemlich erstaunt, freuten uns jedoch gleichzeitig über soviel Unternehmungsgeist und unsere gemeinsame Rundreise.

Nach einer überaus pünktlichen Landung in Nairobi/Kenia konnten wir unseren Weiterflug nach Entebbe auf einen früheren Anschluss umbuchen. Wartezeit in Kenia einzusparen und somit ganze 4 Stunden früher in Uganda anzukommen, das klang perfekt. In hektischer Eile, ausgelöst durch das kenianische Bodenpersonal, bestiegen wir draußen den einzigen Bus der dort stand. Dieser fuhr uns zur letzten Außenposition auf dem Vorfeld. Dort stand allerdings keine Kenia Airways Maschine, sondern eine Maschine der Precision Air. Nach einem zügigen Durchzählen der Fenster wurde uns klar, dass diese Maschine auch keine 22. Sitzreihe haben konnte, wie auf unseren Bordkarten stand, weil es insgesamt nur 18 Fenster gab. Auf unsere Nachfrage sagten uns die anderen Passagiere, dass diese Maschine nach  Kisumu in Kenia fliegen würde. Gott sei Dank hatte diese Maschine nur 18 Fenster, wahrscheinlich wären wir sonst doch eingestiegen und hätten bei der Ankunft in Kisumu nicht schlecht gestaunt. 


Es blieben uns noch genau 5 Minuten von der geplanten Abflugzeit. Wir machten Vorfeldmitarbeitern unsere Situation begreiflich, die uns schließlich in einen Minibus verfrachteten. Dieser gondelte ohne Eile los und las während der Fahrt noch jede Menge Mitarbeiter peu a peu auf. Afrikanische Gelassenheit, für die wir in diesem Moment keine Geduld aufbrachten, aber hinnehmen mussten. Nach einer schier endlos dauernden Fahrt erreichten wir atemlos als letzte Passagiere die richtige Maschine nach Entebbe und landeten dort nach nur gut 1 Stunde Flugzeit. Im Nachhinein halten wir das unter den gegebenen Umständen für ein Wunder. Aber das ist Afrika.

Eigentlich hätten wir in der Maschine auf Goetz treffen sollen, dieser hatte jedoch Verspätung mit seinem Flug aus London. Wir erfuhren, dass wir erst in Kampala zusammentreffen würden, damit war das Anreisechaos für den Anfang ja perfekt. Uganda empfing uns regnerisch und mit grauem Himmel.  Auf dem Flughafen sahen wir bei unserer Ankunft einige Flugzeuge der UN, die Entebbe als Drehscheibe zur Weiterfahrt in den Kongo nutzen, um dorthin Hilfsgüter zu transportieren. Wir wussten, dass wir in die beginnende Regenzeit nach Uganda reisten, hofften jedoch auf unser Glück.  


Auf der ca. 1stündigen Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zur Cassia Lodge in Kampala sahen wir unentwegt das uns bekannte Afrika mit buntem Leben auf und an der Straße. Händler verkauften ihre Ware in kleinen Containern, Wellblechhütten oder auf einfachen Holzgestellen. Autoersatzteile, Kleidung, Gemüse und alles andere für den täglichen Bedarf wechselte seinen Besitzer. Aber auch große Bettgestelle und Polstersessel sahen wir am Straßenrand aufgereiht stehen, die auf einen Interessenten warteten. Nicht zu vergessen die winzigen "Supermärkte" und die vielen Mobile Shops, die ihre Ware feilboten. Handys sind, wie man sehr schnell bemerkt, auch aus Afrika nicht mehr weg zu denken. Auf der Straße tummelten sich neben tausenden Mopeds (Boda-Bodas) auch viele Autos, zum Teil im sehr fragwürdigen Zustand bezüglich der Fahrtüchtigkeit. Diverse Rinderherden und Federvieh streunten herum oder wühlten im Dreck oder auch im Müll. Uns begegneten auch ganze Schulklassen von Kindern jeden Alters und Größe. In keinem anderen afrikanischen Land sahen wir je so viele Kinder wie in Uganda. Während unserer Reise sahen wir sie immer wieder draußen auf dem Schulhof oder an der Straße, häufig gekleidet in ihren Schuluniformen. Das Schulsystem hat seine Wurzeln aus der britischen Kolonialzeit Ugandas und die Schuluniform ist Pflicht, wobei jede Schule ihre eigene kreieren kann. 


Da die Cassia Lodge oberhalb der Stadt auf einem Hügel liegt, hatten wir von dort aus einen überwältigenden Blick auf den Viktoria See und die Stadt selbst. Nach einem Sprung in den Pool bei ca. 30 Grad Außentemperatur waren die Strapazen des ersten Tages schnell vergessen und langsam kam auch eine wohltuende und entspannte Urlaubsstimmung auf. Am späten Nachmittag traf  dann auch Götz endlich in der Cassia Lodge ein fast zeitgleich mit unserem Driverguide Emmanuel (Emma), den wir als unseren Fahrer und gleichzeitig als Reiseleiter für die nächsten 9 Tage für die Reise gebucht hatten. Nach einem kurzen Kennenlernen und Informationen darüber, wann gestartet wird und was uns die nächsten Tage erwartet, verabschiedete er sich von uns. Danach genossen wir drei nur noch den fantastischen Ausblick über das beleuchtete Kampala und den Viktoria See und schlummerten relaxt in unsere erste Ugandanacht.

Am nächsten Morgen lagen ca. 350 km von Ost nach West quer durch das Land vor uns mit dem Ziel Kibale Forest. Gut gelaunt starteten wir während eines traumhaften Sonnenaufgangs über dem Victoria See, standen allerdings ungefähr 10 Minuten später erst einmal im Stau vor dem wohl berüchtigtsten Verkehrskreisel von Kampala.


Laut Emma war das zu dieser Zeit immer so und da es dort keine Alternative gab, lehnten wir uns zurück und staunten wieder über das lebendige und auch laute Leben auf und an der Straße. Ich verkniff mir die Frage, warum wir überhaupt so früh aufstehen mussten, wenn das immer so ist, weil ich die Antwort eigentlich schon kannte. Europe meets Afrika, pole-pole. 

Auffällig waren die vielen Laster, Pickups und Fahrräder, voll geladen mit tiefgrünen Bananenstauden, Ananas und vielen anderen Gütern oder auch Personen.  Wir sahen Schilder an den Bars und Diskotheken mit dem Hinweis "no fire arms allowed in", die uns ziemlich verblüfften. Undenkbar in Mitteleuropa.

Nachdem wir den berüchtigten Kreisel endlich hinter uns lassen konnten fuhren wir auf einer zunächst gut zu befahrenden Straße über Mubende in Richtung Fort Portal, ganz im Westen zwischen Lake Albert und Lake Edward. Wir stellten ziemlich schnell fest, dass Emma einen guten Fahrstil entgegen aller anderen Verkehrsteilnehmer hatte, denn wir erlebten sehr halsbrecherische Überholmanöver insbesondere von den Matatus (übervoll mit über 20 Personen, zugelassen für 14), von Überlandbussen (immer die schnellsten auf der Straße) und auch von uralten LKW's. Wir hatten über das Fahrverhalten in Uganda ausführlich im Reiseführer gelesen.  Dieses real zu erleben war für uns jedoch ebenso erschreckend wie erstaunlich, denn während der ganzen Strecke gab es keinen einzigen Unfall.


Diverse Speed-Humps, eingelassene Straßenschwellen als Sicherheitsmaßnahme für die Dörfer,  ließen ein zügiges Vorankommen eigentlich sowieso nicht zu. Nach mehreren Stunden Fahrt auf dieser Strecke waren wir müde und auch ein wenig enttäuscht, hatten wir uns Uganda doch exotischer vorgestellt, mit mehr Wildtieren, dafür weniger Menschen und vor allem weniger Verkehr und Zersiedelung entlang der Strecke. Bis nach Fort Portal erschien uns die Landschaft nicht typisch afrikanisch und vergleichsweise wenig abwechslungsreich. Wir sahen auf dunkelbraunem Boden Papyruspflanzen wachsen, einige aufgeforstete Wälder sowie kleine Höfe, die Gemüse anbauten und auch diverses Vieh, welches am Straßenrand weidete. Ziegen ließen sich nicht vom fließenden Verkehr beeindrucken und wechselten die Straßenseite. Erstaunlicherweise erreichten sie diese ohne Blessuren. Auf das Vieh wurde Rücksicht genommen, auch wenn ich mehrmals die Augen schloss, um das meiner Meinung nach unvermeidlich kommende Desaster nicht mit ansehen zu müssen.


Kurz vor Fort Portal ging unsere Fahrt auf festen Sandpisten und mittlerweile im Platzregen weiter. Wir schlossen die Fenster um zu verhindern dass Spritzwasser in den Jeep gelangte, denn innerhalb kürzester Zeit bildeten sich große Schlaglöcher im sandigen Boden und aus kleinen Rinnsalen wurden schnell tiefe Wasserteiche. Die allgemeine Stimmung war in diesem Moment grau, genau wie das Wetter. Wir stellten uns mittlerweile die Frage, ob die Regenzeit wohl gänzlich mit uns angekommen war.


Nahe der Ndali Lodge, unserem nächsten Ziel, änderte sich die Vegetation allmählich und wir sahen nun auch die ersten Tee- und Bananenplantagen. Außerhalb des Kibale Nationalparks, auf dem Rand des Bunyaruguru Vulkankraters, der sich nach seinem erlöschen mit Wasser gefüllt hat, thront die Lodge mit einem atemberaubenden Weitblick über das private Farmland und auf den Kratersee.


Wir bezogen unsere gemütlichen und geräumigen Cottages mit Blick auf eine blühende, wunderschöne Natur und stimmten uns bei einem schmackhaften Lunch auf den nächsten Tag ein, an dem wir vielleicht Schimpansen sehen würden.  Danach unternahmen wir mit den quirligen Haushunden der Lodge noch einen ausgiebigen Spaziergang auf dem Kraterrand und dem Farmgelände direkt am See. Auf dem Rückweg zog ein leichtes Gewitter auf und über dem Kratersee sahen wir einen spektakulären Wolkenhimmel. George, ein so bemerkenswerter wie gut gelaunter Mitarbeiter von Ndali bediente uns am Abend sehr herzlich und aufmerksam. So verbrachten wir einen schönen Abend in dem gemütlichen Restaurant bei Kerzenschein, saßen an einem liebevoll gedeckten Tisch und genossen das leckere Abendessen. Auch wenn es draußen wieder heftig regnete und wir dabei bereits an den nächsten Tag dachten. Wir waren endgültig in Afrika angekommen

Auf einer Safari fängt der Tag immer sehr rechtzeitig an. Nach einem kurzen Frühstück und mit einem traumhaften Sonnenaufgang, der den Kratersee in ein rosarotes Farbenmeer taucht, fahren wir in gut 45 Minuten über Sandpisten und wieder an vielen Plantagen vorbei zum Eingang des Kibale Forest Nationalpark. Bereits bei der Einfahrt kreuzen einige große Paviangruppen unseren Weg. Die weiblichen Tiere tragen ihre Kinder Huckepack und beäugen uns genauso neugierig wie wir sie. 

Colobusaffen turnen in den Bäumen und geben uns leider keine Chance, ein Foto zu ergattern. Sie sind schneller als wir. Oder einfach nur intelligenter? Vorfreude gehört bei Safaris definitiv dazu, aber die Enttäuschung ist groß, wenn man sich zu sehr darauf freut ganz bestimmte Tiere zu sehen. Wir sind äußerst gespannt, ob wir Schimpansen entdecken werden, denn nie zuvor sind wir den seltenen Menschenaffen begegnet und freuen uns riesig darauf. Das Wetter spielt heute mit. Wir genießen den sonnigen Morgen, kaum eine Wolke lässt sich am Himmel blicken und wir bekommen ideale Voraussetzungen den Wald halbwegs trocken zu durchforsten.


Das Schimpansentrekking beginnt mit der Einteilung in kleine Gruppen (wie bei dem Gorillatrekking mit max. 8 Personen). Nach einer kurzen Einführung durch den Ranger, wie wir uns zu verhalten haben und über die Gegebenheiten im Wald geht es auch schon los. Während der darauf folgenden kurzen Fahrt zum Einstieg unseres Trekkings begleitet uns Alex, noch ein sehr junger Guide. Ein umgestürzter Baum beendet die Fahrt mit dem Landrover und jetzt geht es richtig los. Gut gerüstet,  mit kniehohen Gamaschen und Handschuhen zum Schutz unserer Hände gehen wir zu Fuß weiter. Der Urwald wird schnell immer dichter und damit auch unzugänglicher. Die Gamaschen erweisen uns jetzt ihren Dienst, denn auch wenn es von oben trocken bleibt, der Wald ist nass, wenn man sich zügig durch ihn hindurch bewegt.

Nach ungefähr 1 Stunde treten wir auf eine kleine Lichtung und trauen unseren Augen kaum. Auf einer Baumgabel sitzt ein großer Schimpanse und beäugt uns interessiert, kaum dass wir ihn wahrgenommen haben. Ein unglaubliches schönes Bild und ein Geschenk für uns alle. Ganz offensichtlich genießt der Schimpanse genau wie wir die wärmende Morgensonne. Insgesamt tummeln sich 6 bis 7 Tiere unterschiedlichen Alters und Fellfarbe in dem großen Baum. Ganz ruhig und sehr aufmerksam verbringen wir so einige Zeit und beobachten die Schimpansen einfach nur, bis zwei den Baum hinunterklettern. Schnell fordert Alex uns auf ihm zu folgen und mit Tempo geht es nun wieder durch den dichten Wald. Wir sind froh, dass wir Alex nicht aus den Augen verlieren, geschweige denn die Schimpansen. Wie Speedy Gonzales sprintet er mit unserer Gruppe durch das Dickicht. Eine spannende wie auch anstrengende Angelegenheit, wie sich herausstellt. Gott sei Dank verlieren wir Alex und die Schimpansen nicht aus den Augen und wir werden für unseren sportlichen Ehrgeiz belohnt. Einer der Schimpansen sitzt uns plötzlich in sehr kurzer Distanz am Boden gegenüber und schaut uns ziemlich skeptisch direkt an. Dann verschluckt ihn das Dickicht des Waldes wieder so schnell dass man glauben könnte,  die Begegnung wäre nur ein Spuk gewesen ist.


Was für ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. Wir sind glücklich, dankbar und jeder  verarbeitet dieses Erlebnis ganz für sich. Alexander und Götz unternehmen eine weitere Wanderung durch das Bigodi Wetland, um noch andere Primaten zu sehen oder um schöne Vögel zu entdecken. Ich bevorzuge meine Schuhe auszuziehen und treffe kleine, neugierige Kinder aus dem nah gelegenen Dorf. In einem riesigen Baum hängen die Nester der Webervögel in Massen herab und ich schaue Ihnen gespannt bei Ihrem akkuraten Hausbau zu. Nach einer guten Stunde lesen Emma und ich unsere beiden Ornithologen an einem vereinbarten Treffpunkt auf. Meine Gamaschen sind mittlerweile wieder trocken und ich erzähle den beiden wie Webervögel ihre Nester bauen, während sie mir von großen Ameisenstraßen berichten und von den Tieren, die sie auf ihrer Tour sahen.


Am Nachmittag faulenzen wir bei schönstem Wetter am Pool der Lodge. Lesen, schwimmen und relaxen. Einfach herrlich. Der Regen hat sich woanders niedergelassen und bleibt dort  hoffentlich bis zu unserer Abreise. In der Nacht haben wir die Regenzeit dann allerdings leider in unserem Cottage. Die Toilettenspülung ist defekt und das Wasser strömt munter und stetig aus einem Schlauch. Zuhause würde ich jetzt hyperventilieren, denn das Badezimmer schwimmt förmlich. Jetzt erst verstehe ich den Begriff Badelatschen und Gott sei Dank habe ich sie dabei. Wir tun was wir können und wischen und wischen und auch George, den wir herbeirufen, tut was er kann. Allerdings war er auf dem Markt, den wir auf unserer Rückfahrt gesehen haben und hat dort wohl ein bisschen mit Freunden gefeiert. Egal, pole-pole, wir gehen schlafen. 

Wir sind in der Nacht nicht ertrunken und verabschieden uns sehr früh nach einem kräftigen Frühstück auf der Terrasse mit einem letzten Blick auf den blauen Kratersee und entdecken sogar noch verliebte Tukane im Baum gegenüber. Trotz defekter Toilettenspülung, die Ndali Lodge ist wunderbar und sehr zu empfehlen.


Gerne würden wir noch bleiben, aber unsere Reise geht weiter Richtung Süden, zu unserem nächsten Ziel, dem Queen Elizabeth Nationalpark. Einige Zeit fahren wir wieder auf den uns nun bekannten  Sandpisten,  durch Bananenplantagen und an Teeplantagen vorbei bis wir die Hauptstraße Richtung Kasese erreichen. Dann verlassen wir die Höhen und die Landschaft verändert sich sofort, zeigt sich mit einem Mal als afrikanische Steppe. Zudem wird es erfreulicherweise noch einmal merklich wärmer bis wir schließlich den Äquator erreichen. Wie alle Touristen halten wir für einen Fotostopp und haben den Queen Elizabeth Nationalpark fast auch erreicht. Durch ein Nebentor fahren wir in den Nationalpark und nach nur wenigen Minuten passiert eine große Elefantenherde die Piste. Was für ein Glück. Die erwachsenen Tiere schützen die ganz kleinen Dickhäuter, indem sie diese in ihre Mitte nehmen. Egal wie oft wir schon Elefanten während unserer Reisen gesehen haben, es ist immer wieder schön ihnen zu begegnen. Diese Tiere strahlen eine unglaubliche Gelassenheit und Selbstsicherheit aus. Sie sind aufmerksam, intelligent und sehr fürsorglich. Afrika zu bereisen ohne Elefanten gesehen zu haben, ist für mich gleichbedeutend nicht in Afrika gewesen zu sein. Es ist bestürzend zu lesen, dass illegales Elfenbein nach wie vor tonnenweise verbrannt wird. In diesem Zusammenhang weise ich sehr gerne auf den David Sheldrick Wildlife Trust hin  http://www.sheldrickwildlifetrust.org, der seit vielen Jahren unermüdlich für den Erhalt der Elefanten und ihren Fortbestand kämpft und den wir gerne unterstützen.


Auf unserem Weg zur nächsten Unterkunft sehen wir sogar eines von den scheuen Big Forest Hogs und viele ihrer kleinen Verwandten, auf die lustigen Warthogs. Auch einige scheue Antilopen begegnen uns am Kazinga Channel kurz vor unserer Ankunft in der Lodge.

Die Mweya Safari Lodge liegt direkt oberhalb des Kazinga Channel auf einem Hügel. Von dort oben können wir mit dem Fernglas Elefanten, Büffel und jede Menge Flusspferde an dem gegenüberliegenden Ufer ausmachen. Am Nachmittag fahren wir mit einem Boot auf den Kazinga Kanal, der die beiden Seen Lake George und Lake Edward miteinander verbindet. An der gegenüber liegenden Uferseite angekommen eröffnet sich uns eine sagenhafte Tierwelt. In großen Gruppen schwimmen Flusspferde nahe dem Ufer und eine ganze Büffelherde suhlt sich im kühlenden Sand. Außer den uns schon bekannten Webervögeln sehen wir einige wunderschöne Schreiseeadler, die im Kanal nach Fischen jagen. Pelikane, Marabus und viele Vögel, deren Namen wir nicht kennen, bilden eine große, bunte Vogelkolonie. Auch ein paar Varane und Krokodile können wir am langen Seeufer ausmachen. Nach 2 Stunden holt uns Emma am Bootsanleger wieder ab. Nach gerade mal 10 Minuten Fahrt sehen wir einen Leoparden, der sich nahe der gut befahrenen Piste sehr genüsslich in der Sonne rekelt. Diese unverhoffte und völlig unerwartete Begegnung genießen wir sehr, allerdings halten schnell mehrere Fahrzeuge, so dass wir uns entscheiden zu fahren.


Auf unserer Rückfahrt stellen wir fest, dass der Leopard immer noch an der gleichen Stelle liegt. Alle anderen Fahrzeuge haben ihre Fahrt fortgesetzt und so haben wir ausgiebig Ruhe und auch Zeit die traumhaft schöne Raubkatze zu beobachten. Lediglich die hübschen Perlhühner schimpfen laut über uns, da wir Ihnen mit dem Wagen im Weg stehen.  

Wir verlassen den Leoparden erst als sich der Himmel tiefrot verfärbt und sich unser Glückstag dem Ende neigt.

Unsere nächste Reisetappe führt uns in den Ishasha Sektor des Queen Elizabeth National Park. Wir bewegen uns überwiegend auf fester Sandpiste durch eine für uns wunderschöne, afrikanische Landschaft. Nur wenige Fahrzeuge begegnen uns und wir haben das Gefühl fast allein auf dem Weg nach Ishasha zu sein. In einiger Entfernung machen wir immer wieder einige Elefanten aus. Emma entdeckt plötzlich einen der seltenen Baumlöwen kurz bevor wir den Ishasha Sektor des Nationalparks erreichen. Außer im Lake Manyara Nationalpark in Tanzania hat man nur in Ishasha die seltene Gelegenheit Löwen auf  Bäumen zu sehen. Man vermutet, dass sie aus Gründen der Übersicht auf  ihre Jagdbeute in die Bäume klettern. Wir hätten den Löwen übersehen, dafür sind unsere Augen nicht gut genug geschult und das Baumgrün gewährt zudem eine gute Tarnung. Es handelt sich um ein junges Tier, wie Emma uns erklärt und er vermutet das Muttertier in der Nähe. Wir bleiben einen Moment und setzen unsere Fahrt in die Ishasha Region fort.

Das Ishasha Wilderness Camp liegt versteckt in der Wildnis direkt am Ntungwe River und ist mit 8 Zelten eher überschaubar. Nicht nur das begeistert uns, sondern auch das überaus freundliche Personal, das sehr gute Essen und vor allem die Buschdusche, die nur auf Bestellung mit heißem Wasser genossen werden kann. 


Die Game Drives sind spannend, denn wir haben einmal mehr das Glück eine ganze Baumlöwenfamilie mit zwei erwachsenen Tieren, sowie einem ca. 3 Monate alten Löwenkind ausgiebig und in unmittelbarer Nähe beobachten zu können. Aus dem Kongo, dessen Grenze nur ca. 30km von unserem Camp entfernt liegt, begegnet uns eine Elefantenherde mit über 80 Tieren, die wir ein ganzes Stück auf ihrem Weg begleiten können. Der Abschied fällt uns auch hier schwer,  aber es wartet ja noch ein weiterer Höhepunkt unserer Reise auf uns, das Gorilla Trekking im Bwindi Impenetrable Nationalpark. Bis jetzt hat es nicht wieder geregnet und wir hoffen, dass uns unser Glück auch in Bwindi nicht wieder verlässt.



Nachdem wir die Ishasha Region und den Nationalpark verlassen sehen wir wieder einige der uns mittlerweile bekannten Bananen-/und Teeplantagen. Wir kommen durch kleine Dörfer, Kinder rufen uns ‚How are you’ zu und wir werden nicht müde, Ihnen mit ‚We are fine’ zu antworten. Wir freuen uns, als wir nach einigen Stunden auf den zum Teil sehr holprig zu befahrenen Straßen und Wegen das Gorilla Resort erreichen welches direkt am Bergregenwald liegt. Die Aussicht ist zwar grandios, die Unterkunft jedoch nur rudimentär und die Verpflegung lieblos. Aber es gibt wenigstens heißes Wasser und ein warmes Bett, denn man überrascht uns mit einer Wärmflasche für die Nacht, die durch die Höhenlage ziemlich frisch werden kann. Trotz des aufregenden Tages, der uns bevorsteht, schlafen wir tief und fest. 

Der Wettergott meint es gut mit uns, denn es regnet nicht und später scheint sogar die Sonne von einem völlig blauen Himmel. Vom Gorilla Resort fahren wir nur wenige Minuten bis zum allgemeinen Treffpunkt für das Trekking. Dieses beginnt sehr früh morgens mit der Einteilung in jeweils kleine Besuchergruppen von maximal 8 Personen, sowie einer kurzen Einführung, wie wir uns bei den Gorillas zu verhalten haben. Wir werden noch mit langen Gehstöcken ausgestattet und Emma fährt uns an den Treffpunkt, von dem wir mit unserem zugeteilten Guide und einem bewaffneten Ranger zu dem Besuch der Gorillas starten können. Per Walkie Talkie hält der Guide die Verbindung mit Trackern, um uns in die unmittelbare Nähe der Tiere lotsen zu können. Ohne die Tracker wäre ein beobachten der Tiere nicht möglich, da sie ständig ihren Standort verändern und neue Futterplätze, auch Streifgebiete genannt, im Regenwald suchen.


Wir folgen einem alten Pygmaenweg der uns steil bergauf führt. Immer wieder genießen wir schöne Ausblicke auf den dichten Regenwald und legen kurze Atempausen ein. Es wird auf jeden Teilnehmer Rücksicht genommen, so gut es geht, aber der ein oder andere tut sich doch schwer mit dem steilen Aufstieg und auch mit der Höhe. Der Pygmaenweg ist zwar auch mühsam, da wir so manches Mal auch hohe Steinstufen überwinden müssen oder über Hindernisse steigen, jedoch müssen wir uns nicht wie in Ruanda durch das dichte Grün kämpfen und kommen relativ gut voran. Die Gorilla Familie Rushegura erreichen wir nach etwa 2,5 Stunden. Die erste Begegnung auf solch eine kurze Distanz und mit nur ein paar Metern Abstand raubt uns wieder den Atem. Goetz ist wie wir völlig fasziniert von den sanften Riesen, die uns scheinbar ignorieren bzw. offenbar aktzeptieren. Sie spielen lieber miteinander, fressen genüsslich grüne Früchte oder liegen auf dem grünen, weichen Boden und träumen mit offenen Augen vor sich hin. 



Ein stattlicher Silverback mit ungefähr 250 kg Lebendgewicht, sowie zwei kraftstrotzende, jüngere Blackbacks bilden mit weiteren 16 Familienmitgliedern die Gorillafamilie Rushegura. Als unvermittelt eine Pavian Gruppe in der Nähe auftaucht, wird es kurzfristig ziemlich hektisch, sowohl in unserer Besuchergruppe, wie auch bei den Gorillas. Der Silverback sowie einige Teenager vertreiben die Paviane lautstark und äußerst beeindruckend. Ein sich in unmittelbarer Nähe und schnell bewegender Silverback lässt einem den Atem anhalten, dennoch kann man sich der Faszination nicht entziehen und wir genießen jede einzelne Sekunde. 

Wir haben ausgiebig Zeit, uns über das kleinste Familienmitglied zu amüsieren. Ein wenige Monate alter Gorilla tollt zwischen den erwachsenen Gorillas herum und versucht lebhaft, sie zum spielen zu animieren. Ein richtig frecher Kerl. Nach einer Stunde müssen wir uns leider wieder von den großen Menschenaffen verabschieden und nehmen nach einer kurzen Picknickpause den gleichen Weg zurück an den Ausgangspunkt. Der Abstieg gestaltet sich für mich schwerer als der Aufstieg, denn die Kondition lässt nach und ich sehe mich danach auszuruhen. Nach jeder kleinen Pause fällt mir das Weitergehen schwerer und ich bin glücklich, als uns die letzten Schritte wieder aus dem Bergregenwald führen.


Erschöpft, mit verschmutzter Kleidung aber stolz und auch überglücklich, erreichen wir nach gut 5 Stunden wieder sicher unser Resort. Dort hören wir, dass am späten Nachmittag noch immer zwei Besuchergruppen auf dem Rückmarsch sind. Wir haben wohl Glück gehabt mit der Einteilung in die Rushegura Gruppe. Am Abend lassen wir an der offenen Feuerstelle des Resorts den Tag noch einmal ausführlich Revue passieren und gehen früh schlafen. 

Am nächsten Morgen schon geht es für uns in nun östliche Richtung weiter und wir fahren ca. 5 Stunden zum Lake Mburo Nationalpark. Wir haben dort noch eine Übernachtung eingeplant vor unserem Flug nach Kenia, wo wir uns an der Küste ein paar Tage erholen wollen, bevor wir nach Hause fliegen und freuen uns, als wir gegen frühen Nachmittag im Mantana Tented Camp ankommen.


Schöne, großzügige Zelte laden uns zum relaxen ein. Wir können sogar den Lake Mburo von unserer Holzplattform aus sehen, auf der die Zelte stehen. Trotz des einsetzenden Regen wollen wir am Nachmittag bei einem Game Walk den Nationalpark erkunden. Aber erst einmal genießen wir nach der langen Fahrt unseren Lunch und den wunderschönem Ausblick auf die Landschaft und auf den See. Von dort aus sehen wir auch die ersten Zebras dieser Reise.

James, der von uns gebuchte Ranger für den Game Walk, spricht ein sehr akzentuiertes Englisch, er hätte im Theater auch Shakespeare spielen können.  Man sollte ihn buchen, wenn man einen Walk im Mburo Nationalpark plant, denn er hat nicht nur Witz, sondern referiert auch mit großer Sachkenntnis über die Flora und Fauna des Mburo Nationalparks.


Zum Abschluss unseres letzten Abends in Uganda sitzen wir an der Bar, bis einer der Kellner uns plötzlich auffordert an die Tür nach draußen zu kommen. Direkt vor uns und nur wenige Meter entfernt steht ein stattliches Hippo und grast dort völlig entspannt das Grün kurz. Wir sind begeistert, aber auf dem Weg zurück in unsere Zelte halten wir sehr genau Ausschau, denn eine ungewollte Begegnung mit einem Flusspferd kann durchaus gefährlich sein, wie James uns ein paar Stunden zuvor informiert hat. 

Am nächsten Morgen fahren wir endgültig zurück nach Entebbe. Die Fahrt dauert wieder fast 6 Stunden, aber dieses Mal ohne den Stau am bekannten Kreisel. Fast sind wir erstaunt pünktlich am Flughafen einzutreffen.

Trotz der Blechlawinen in Kampala, der langen und auch manchmal beschwerlichen Touren während unserer Rundreise, verabschieden wir uns glücklich von Emma. In nur 9 Tagen Uganda haben wir unglaublich viel Schönes erlebt und Erstaunliches gesehen.  


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