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Pazifik

Kap Hoorn

Fin del Mundo - Reise zum Kap Hoorn

unterwegs waren Friederike & Wolfgang Schreiber vom 05.-08.Januar 2011

„Ich stopfte ein paar Hemden in meine alte Reisetasche, klemmte sie mir unter den Arm und machte mich auf nach Kap Hoorn und dem Pazifik.“

So schrieb Herman Melville in seinem Abenteuerroman Moby Dick. Seit ich dieses spannende Buch in meiner Jugendzeit gelesen hatte, träumte ich davon, diesen Zipfel am „Ende der Welt“ zu besuchen. Während der Planung einer längeren, individuell gestalteten Reise zu den Bergen, Gletschern und Seen in Patagonien musste die Entscheidung getroffen werden, für den Grenzübertritt von Argentinien nach Chile den Landweg oder den Seeweg zu nutzen. Um Kap Hoorn zu sehen, wählten wir den Seeweg. Anders jedoch als der Matrose Ismael betraten wir keine altersschwache Scharluppe mit all ihren Risiken, sondern ein kleines, modernes Kreuzfahrtschiff. Es war die „Stella Australis“ der chilenischen Rederei Cruceros Australis. Sie pendelt im viertägigen Rhythmus zwischen Ushuaia/Argentinien und Punta Arenas/Chile und führt die Reisenden auf den Spuren Darwins durch den Beagle-Kanal und die Magellanstraße an großartigen Panoramen Feuerlands vorbei zum Ziel.


Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt! Zwei Tage sahen wir uns die Sehenswürdigkeiten dieser bunten, faszinierenden Stadt an, bevor wir am Nachmittag mit Handgepäck an Bord gingen. 
Unsere Koffer befanden sich bereits in einer großräumigen und wundervoll ausgestatteten Kajüte. 

Das Schiff -sehr komfortabel, aber nicht luxuriös- war erst einige Tage zuvor in Betrieb genommen worden. Es war die dritte Fahrt der „Stella Australis“. Die ca. 170 Gäste  wurden mit einem Welcome-Cocktail an Bord begrüßt, sicherheitsbelehrt und auf das Programm der nächsten Tage eingestimmt. Das Abenteuer Kap Hoorn konnte beginnen! Während der Nacht navigierte das Schiff durch den Beagle- und Murray-Kanal in Richtung Süden zu dem UNESCO-Nationalpark „Capo de Hornos“ und ankerte in einer windgeschützten Bucht auf der Ostseite der Insel. 
Falls die Wetterverhältnisse es erlauben sollten, war für den frühen Morgen ein Landgang am Kap Hoorn vorgesehen. Dazu wurde kurz nach Sonnenaufgang eines der sechs Zodiacs ins Wasser gelassen, um die Landungsverhältnisse zu prüfen.

Alles war gut. Bestens ausgerüstet mit warmer Kleidung, Stiefeln und Schwimmwesten wurden die Passagiere nach und nach zur Insel übergesetzt. Zur allgemeinen Überraschung war die Insel bewohnt. Die chilenische Regierung zeigt in dem südlichsten Teil des Landes Präsenz und entsendet  jeweils für ein Jahr einen einzigen Soldaten mit Familie in diese unwirkliche Welt. 

Leuchtturm, Flagge, ein kleines Wohnhaus, eine kleine Holzkirche und ein Denkmal auf einer Anhöhe sind die touristischen Attraktionen.Die Frau des Soldaten betreibt einen kleinen Souvenirladen und freut sich sehr über den Besuch der fremden Gäste und den kleinen Nebenverdienst.

Nach diesem kurzen Ausflug ging es auf das Schiff zurück. Auf uns warteten heiße Getränke und ein  Frühstücksbuffet. 
Auf der Weiterfahrt umrundeten wir das Kap und steuerten vom Atlantischen- in den Pazifischen Ozean. Für zwei Stunden wurden Wind und Wellen stärker, wobei man sich in diesem Moment gut vorstellen konnte, warum es noch heute eine besondere seemännische Leistung ist, mit einem Segelschiff das Kap zu umfahren. Wenige Tage später umrundete die Gorch Fock, das Segelschulschiff der Deutschen Marine, erstmals in ihrer mehr als 50-jährigen Dienstzeit das Kap.

In windgeschützten Kanälen zwischen den Inseln Feuerlands fuhren wir weiter in Richtung Norden zur Wulaia-Bucht, einer historische Stätte, wo sich einst eine der größten Siedlungen des Ureinwohner Yamana in dieser Region befand. Hier landete Charles Darwin im Jahre 1833 während seiner Reise an Bord der „Beagle“ und hatte Kontakt zu den Ureinwohnern. 
Die verächtlichen Kommentare in seinem Reisetagebuch über die Lebensweise der Yamana gehören nicht zu den positiven Seiten seines Lebenswerks. Der jetzt unbewohnte Ort bietet mit seiner außergewöhnlich schönen Pflanzenwelt und der grandiosen Landschaft ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wir wanderten zu einem Aussichtspunkt mitten durch den magellanischen Urwald. Ein atemberaubender Blick auf das in der Bucht vor Anker liegende Schiff entschädigte für die Mühe.

Am Morgen des nächsten Tages navigierten wir durch die einsamen Brecknock- und Ocasión-Kanäle mit herrlichem Blick auf schneebedeckte Berge und Gletscher.



Wir erreichten den Cockburn-Kanal, um nach dem Mittagessen im Seno Chico (Kleiner Sund) zu ankern. An dieser Stelle bestiegen wir wieder die Zodiacs und fuhren in den Alakaluf-Fjord. Von den Booten aus konnten wir unter sachkundiger Führung die wunderschöne Wasserfälle und den Piloto- und Nena-Gletscher bestaunen.

In der Nacht erreichten wir die Magellanstraße, ein wichtiger Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik.  Bei herrlichem Sonnenschein besuchten wir frühmorgens die Magdalena-Insel.


Diese Insel beheimatet eine riesige Kolonie von Magellan-Pinguinen, die wir bei unserem Spaziergang zum Leuchtturm, der die Schiffe durch die Meerenge leitet, beobachten konnten. Bei den Magellan-Pinguinen bauen die Männchen die Bruthöhlen und warten bis die Weibchen von den antarktischen Inseln zurückkommen. Die Weibchen suchen sich den Partner mit dem besten Nistplatz aus. Die Jungen, meist zwei, werden gemeinsam groß gezogen. Nach ca. zwei Monaten sind die Jungen flügge und müssen selbst für ihre Ernährung sorgen. 


Nach diesem besonders possierlichen Landgang endete unsere kleine Kreuzfahrt mit tausend neuen Eindrücken nach kurzer Weiterfahrt in der Mittagszeit in Punta Arenas/Chile.

Am nächsten Tag brachte uns ein öffentlicher Bus zu dem chilenischen Wandergebiet „Torres del Paine“. Aber das ist eine ganz andere Geschichte!


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