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Oman & Emirate

Berge zwischen Wüste und Meer

Auf Entdeckungsreise: Mit dem Fahrrad durch den Oman und die Emirate.

Ein Bericht von Bernd Müller-Christiansen 

Die Ostküste der Arabischen Halbinsel ist wohl den Wenigsten bekannt. Genau hier befindet sich der wundervolle Oman, angrenzend an den Jemen, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Norden das Hadschar-Gebirge mit Bergen bis 3.000 m Höhe und im Süden die Karaberge.


Ich werde immer wieder gefragt, wie ich auf die Idee gekommen bin, durch den Oman zu fahren.  Die Antwort ist einfach. – Ich habe eine Teststrecke für mein neues Reiserad gesucht, das ich im Januar bekommen sollte. Gleichzeitig wollte ich ein wenig Sonne tanken. So habe ich mir die Weltkarte angesehen und geschaut, wo es im Februar schön warm und die Entfernung noch verträglich ist. So habe ich den Oman entdeckt. Nach einigen Recherchen im Internet habe ich dann beschlossen, dass der Oman für dieses Vorhaben das optimale Ziel ist.

Am Morgen des 15. Februar 2014 landete ich somit auf dem Flughafen von Muscat. Hier begann meine 14 tägige Rundreise durch ein mir unbekanntes Land voller Sonne. Diese empfing mich gleich und ich sprang in die kurzen Fahrradklamotten. Nachdem das Fahrrad wieder zusammengebaut und das Navi angemacht war, ging es endlich los. Die ersten Kilometer in dieser ganz anderen Kultur waren eine kleine Herausforderung, zumal vom Flughafen weg nur „Schnellstraßen“ zu finden waren. - Also los und erst mal eine Möglichkeit finden, die Vorratstaschen aufzufüllen.


Nun aber wirklich startklar, fuhr ich entlang meiner geplanten Route Richtung Norden. Der Weg führte flach, teilweise direkt am Strand entlang, teils etwas Richtung Landesinnere auf geteerten Straßen und Sandpisten. Für die Nacht stellte ich mein Zelt direkt zwischen Strand und Küstenvegetation auf. Sowie mich ein Einheimischer entdeckte, winkte dieser freundlich und fragte im vorbeifahren:“How are you?“. Alle waren begeistert und sehr freundlich. Als ich mir am dritten Tag ein ruhiges Plätzchen für eine Mittagsrast suchte und mich gerade stärkte, kam ein Luxuswagen auf mich zugefahren und öffnet die Fenster.


Am Steuer ein jüngerer Mann, der gut Englisch sprach, auf dem Beifahrersitz ein etwas älterer Herr, beide traditionell gekleidet. Freundlichst wurde ich von ihnen angesprochen. Nach einer kurzen Unterhaltung wurde ich in die nächste Gaststätte zum Mittagessen eingeladen. Nach einer interessanten Unterhaltung und dem gemeinsamen Essen trennten sich unsere Wege wieder. Ja, hier wurde man wirklich herzlichst empfangen. Vielen Dank. Es gab mir die Gelegenheit, etwas über die Kultur, Sitten  und die Menschen im Land kennen zu lernen. Seit dem ging ich gern zum Essen in ein einheimisches Restaurant, zumal das Essen auch wirklich lecker ist - stark indisch angehaucht. 

Das Rad rollte richtig gut, sodass ich am frühen Abend in die Emirate bei Fujairah einreiste. Dort erwartete mich eine ganz andere Kultur, dort rief keiner „How are you?“. Bestaunt wurde ich dort allerdings auch.

Am Nachmittag des vierten Tages reiste ich in den nördlichen Teil des Omans ein. Dort ging es das erste Mal in ein Wadi hinein. Die anstrengende Fahrt auf der groben Piste lies mich nicht mehr so schnell vorwärts kommen. Daher suchte ich mir inmitten des Wadis einen sicheren Platz zum Übernachten.


Ausgeschlafen ging es am nächsten Tag weiter durch das schmale Wadi. Plötzlich öffnete sich dieses in eine wunderbare Berglandschaft und mein Weg führte hoch auf einen Pass. Fahren war hier aufgrund des schweren Fahrrades und der sehr steilen und steinigen Piste nicht mehr möglich, also quälte ich mich schiebenderweise mit dem Rad in der Hitze auf den Pass. Auf der anderen Seite ging es dann eine ähnlich schlechte Piste den Berg (ca. 700 Höhenmeter) hinunter. Gut durchgeschüttelt gelangte ich an einen Militärposten, an dem mir die Weiterfahrt nicht gestattet wurde - weder Richtung Norden, noch in Richtung der Emirate. Leicht gefrustet und mit dem Ausblick, die ganze Strecke zurückfahren bzw. den Berg wieder hoch schieben zu müssen, fragte ich die Männer, ob sie mich wenigstens wieder bis zum Pass hochfahren könnten. Siehe da, kurze Zeit später saß ich tatsächlich bei zwei Indern im Geländewagen, die mich auf ihrem Weg nach oben mitnahmen. Glück gehabt! Da ich beschlossen hatte, die Abfahrt in und durch das Wadi zu genießen, schlug ich das Zelt an diesem Abend oben auf dem Pass an einer windgeschützten Stelle auf. Am folgenden Tag hatte ich somit erst mal eine schöne und holprige Abfahrt vor mir. Zurück in den Emiraten ging es über breite Straßen / „Schnellstraßen“ an den Persischen Golf bei Ras Al Khaimah. 

Der siebte Tag brachte mich über viele stark befahrene Schnellstraßen nach Dubai, wo ich tatsächlich einen Platz zum Zelten fand. Nach einer etwas lauteren Nacht fuhr ich noch einige Zeit durch die Straßen von Dubai, bevor es raus in die Wüste ging. Hier gab es doch tatsächlich einen Radweg / Radrundkurs. Ich kam mit einigen interessanten Menschen ins Gespräch. Am Abend war Zelten in der Wüste angesagt.


Die weitere Tour führte durch Al Ain zurück in den Oman. Bei Ibri bog ich in das Hadschar-Gebirge Richtung Jebel Shams (mit 3009 m der höchste Berg des Omans) ab und landete wieder in einer wunderbaren Berglandschaft. Am Vormittag des 12. Tages fuhr ich an einer riesigen Felswand (Jabal Misht) vorbei. Am liebsten wäre ich dort gleich klettern gegangen, der Fels Richtung Sonne ausgerichtet und wohl an 99,99% der Tage trocken. Doch meine Möglichkeiten ließen es nur zu, diesen Fels zu bestaunen und vom Klettern zu träumen. Einige Zeit später ging es wieder durch eine wunderbare Landschaft bergauf in eine menschenleere Gegend. 
Ich landete jedoch in einer Sackgasse, musste umkehren und einen anderen Weg suchen. Über einen anderen Pass kam ich dann meinem Ziel näher und fand abends einen grandiosen Platz zum Zelten, direkt am Ende eines schmalen Tals. Einfach beeindruckend!


Bevor ich mich am nächsten Morgen Richtung Jebel Shams aufmachte, wurde ich noch von einem Einheimischen auf einen Kaffee eingeladen. So erhielt ich einen kleinen Eindruck in das Leben hier im Gebirge. Die Straße Richtung Jebel Shams war mir zum Fahren mit dem voll beladenen Rad jedoch viel zu steil - für die nächsten Kilometer und Stunden war daher Schieben angesagt. Stück für Stück ging es langsam bergauf bis auf etwas über 2.000 m, wo das höchste Hotel des Omans steht. 
Die anderen Touristen wurden hierhin mit Geländewagen hinauf gefahren, um dann den Grand Canyon des Omans und die wunderbare Aussicht zu bewundern. Ich konnte hingegen zum Lohn die wunderbare Abfahrt zurück ins Tal genießen. Der 14. Tag sollte der letzte sein und brachte mich bis nach Nizwa.

 

Einen kleinen Teil meiner Eindrücke sehen Sie hier in der Bildergalerie 


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