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unsere gemeinsame Reise

BOTSWANA

Wilde Tiere – mein Ehemann und ich - allmorgendlich!

(Reiseerinnerungen von Martina L. und Egon S., Düsseldorf)

 

Der Spaß begann, als wir von Johannesburg kommend (dort 2 Nächte ohne Gepäck zur Einstimmung auf Erlebnisurlaub) den Flughafen von Maun in Botswana, das Mekka der Ranger und Großwild - Freunde erreichten, gefühlte 40° und der hessische Teil unserer Reisegruppe hatte 1,5 Std. Verspätung!

Fahrt in die Lodge mit unseren sympathischen zukünftigen Guides, Großstadtkleidung wechseln gegen den neu erworbenen, moskitosicheren Safarielook. Spätestens, als ich mich zur Komplettierung meines neuen Outfits in Socken und Halbstiefel zwängte, - Malariaprophylaxe hat ab sofort Vorrang - habe ich mich gefragt, auf was ich mich hier eigentlich eingelassen habe......!

Zurück am Flughafen Maun stand nun auch unsere schwitzende und gerade angekommene Reisegruppe zum Rundflug über das Okovango-Delta in Cessnas bereit! Das spontan einsetzende Kopfkino über die ordnungsgemäße Wartung von Maschinen habe ich mir beim Anblick des jung-dynamischen Piloten sofort verboten
(schließlich sah er aus wie ein ordentlicher deutscher Jurastudent im 6. Semester, nur etwas dunkler).

Ich kletterte mit Ehemann und zwei weiteren Passagieren in die Maschine - und jetzt - in diesem Moment begann der Spaß wirklich!

Überwältigt von der kargen Landschaft unter mir, der Vorstellung, dass dieses Gebiet in nur wenigen Wochen von den Wassermassen aus Angola kommend,  überflutet sein wird faszinierte mich. Dann plötzlich die ersten großen Tiere - ein Gefühl aus einer Mischung von „Daktari“ und „Out of Africa“ überkam mich. Welch ein Erlebnis!

Am nächsten Morgen dann der Start: zwei Jeeps mit Fensterplatz für 12 Personen plus Gepäck standen parat.


Innerlich fluchte ich über den ganzen Kram, den ich mit mir ab heute herumschleppen musste: Highheels und Abendkleid für die Zeit danach (...), Medikamente für eine ganze Kompanie (von A wie Antibiotika bis Z wie Zahnseide) nebst Moskitoschutz, Sonnencreme und zwei Beutel Alltagskosmetik: also, die elektronische Zahnbürste, Zahnpasta, Haarbürste, Unterwäsche und zwei Hemden können mit ins Handgepäck, alles andere verschwindet in die Reisetasche - um den Durchblick nicht zu verlieren.

Schließlich wartete auf uns am Ende des Tages keines dieser exklusiven Luxus-Resorts sondern:

EIN ZELT ! 


Die Außentemperatur: erneut gefühlte 40 Grad, die Temperatur im Jeep auch nicht besser, abhängig davon, ob man auf der Sonnen- oder der Schattenseite saß - wobei letztere die eigentliche Sonnenseite war! Mit der Einfahrt in das Moremi Game Reserve, in die Wildnis mit Zebras, Giraffen und Elefanten, änderte sich auch meine Gefühlswelt.

Der Anblick eines jeden Tieres - vom Dung Beetle (einem fleißigen Käfer) bis zum Rhinoceros produzierte Glücksgefühle am laufenden Meter!


Das erste gemeinsame Mittagessen, das unsere Guides uns auf einem Klapptisch vor der Kühlerhaube der Jeeps auftischten, ließ mich erahnen, dass ich mir um unser aller leibliches Wohl keine Gedanken machen musste - wohl aber um meine Lippenstifte und sonstigen Kosmetikkram für die Zeit danach....

Meine Kosmetik verstaute ich für die nächsten 10 Tage kurzerhand im Jeep-Kühlschrank womit dieses Problem auch gelöst war!


Die Hitze blieb!

Die Strecke querfeldein! Die Stimmung gut!

Die Versorgungswagen mit unseren Zelten an Bord waren auf unserem „Campingplatz“ lange vor uns angekommen. Gut getarnt unter Bäumen standen nun unsere Zelte und ich - mitten im Busch - vor unserem Quartier für die kommenden drei Nächte.... Aber wo war die Dusche?

Vor dem Zelt befanden sich zwei mit Wasser gefüllte Behälter auf Stelzen - naja, besser als nix! Beim Betreten des Zeltes traf mich beinahe der Schlag - die Innentemperatur entsprach vermutlich der einer finnischen Sauna - aber dann sah ich hinter dem Zelt tatsächlich eine Dusche en suite, d. h. ein Duschkopf unter einem Wassersack nebst Toilette, genau genommen: ein frisch gegrabenes Loch mit Toilettenbrille; ein Erdhügel mit Schaufel rundete das Bild ab.

Zu meinem großen Erstaunen befand sich im Zelt noch eine Campingtoilette .... nur für Nachts - und nur im Notfall und nur um die wilden Tiere vor uns zu schützen - oder etwa umgekehrt?! Mein Gedanke dazu galt nur mir selbst: Welch eine Beruhigung!

Die Wassermenge der Busch-Dusche geteilt durch zwei war bescheiden, reichte aber aus!


Die Elefantenherde, die in unmittelbarer Nähe unseres Lagers offensichtlich zu Hause war, schien von uns keine Notiz zu nehmen - ich von ihnen schon, da ich nicht wirklich gewohnt war mit solch gigantischen Tieren auf Tuchfühlung zu gehen. Ehrlich gesagt, ich dachte ständig an Jurassic Park!

So frisch geduscht sah die Welt entspannter aus, vermutlich für alle!

Ein langer Tag lag hinter uns und vom Nichtstun hatte ich mehr Hunger als nach jedem Bürotag, obwohl ich mich mittags rein vorsorglich auch schon satt gegessen hatte! Das erste Busch-Dinner im großen Zelt an einem liebevoll gedeckten langen Tisch begann, das Essen auf Vorrat hätte ich mir sparen können!

Vom Kochen verstehe ich nichts und vom Campen verstehe ich gar nichts; wie also hätte ich darauf kommen können, dass eine Crew von 5 Leuten in kurzer Zeit in der Lage ist, erst alle Zelte unserer Gruppe, dann die eigenen Zelte aufzubauen und anschließend mit gesammeltem Holz ein Feuerchen zu machen und ein 3-Gang Menu vom Feinsten zu zaubern! Never ever! Das hatte ich nicht erwartet.


Ich kramte mein Handy hervor, um ein paar Fotos mit der Welt, aus der komme, zu teilen! Verflixt, immer noch kein Netz - seit dem Abbiegen in den Busch! Also gar kein Kontakt zur Außenwelt möglich? Das war ich nicht gewohnt! Unbehagen machte sich breit! Tief in mir drin realisierte ich, neben meiner Sorge um die Sorgen meiner Töchter („...hoffentlich wurde Mama nicht vom Löwen gefressen...“), dass ich jetzt schon weiter weg war vom „echten Leben“ als ich mir das bisher vorstellen konnte.  Auch das hatte ich nicht erwartet!

Ok, die Dinge sind wie sie sind! Als ordentliche Schwimmerin weiß ich, dass ich gut daran tue nicht gegen die Wellen zu schwimmen sondern mit ihnen!

Also: Lagerfeuer, erste nette Gespräche mit Menschen, deren Vornamen ich mir noch nicht gemerkt hatte, und ein Sternenhimmel von unbeschreiblicher Schönheit nach einem Sonnenuntergang wie auf einer Postkarte!

Dann aber, mit endlich sinkenden Temperaturen, machte sich allgemeine Erschöpfung breit - trotz der leckeren Drinks, oder gerade deshalb!

Ich klettere in mein Zelt. Das Wecken war auf 4:45h verhandelt worden. Ich musste also rasch noch meine wenigen Sachen griffbereit für morgen sortiert in ein Regal einräumen, und mich dabei so wenig wie möglich zu bewegen, da jede Bewegung zu einer Hitzewelle führte!

 

Zwei Klappbetten - Egon nahm freiwillig das an der Toilettenseite...

Wie sollte ich hier und jetzt einschlafen können? Es klappte - zumindest kurz! Geweckt wurde ich von mir völlig unbekannten Geräuschen. Ich blickte durch das „Fenster“ über meinen Bett und traute meinen Augen nicht: ein ausgewachsener Elefant fraß die Blätter vom Baum vor dem Nachbarzelt! Lieber Gott, auf was hab ich mich nur eingelassen.

Noch bevor ich mir überlegen konnte, wie man sich in solch einer Situation verhalten muss, wurde es draußen laut. Nein, keine Elefantenschritte - die gehen nämlich so leise, dass man sie nicht hört. 

Der große Elefant fraß seelenruhig weiter - er war also nicht allein.
Auch das noch.

Elefant 2 hingegen schien sich auf einem hohen Erregungsgrad trompetend und randalierend auf dem Platz umzusehen, indem er ein unbemanntes Toiletten-Zelt über den Haufen trampelte und die dabei herunterfallenden Eisenstangen für mich wie der Weltuntergang klangen. Da ich eh nichts tun konnte, außer zu hoffen, dass keines unserer Schlafzelte ihm im Wege war, beruhigte ich mich- und Elefant 2 auch!


Allmorgendlicher Wake up call, wie gesagt, um 4:45h vom Chef-Guide persönlich, Zähne putzen, Sonnencreme statt Make-up, die immer gleiche Hose nebst Hemd lagen stets parat, Kaffee, Tee und Kekse standen schon im großen Zelt .

Allmorgendlich verpackten die Guides alles Erforderliche für das spätere Moving breakfast im Busch.

Allmorgendlich beobachtete ich, wie die Dunkelheit dem Morgen wich und allmorgendlich machte ich mir bewusst, wie einmalig-besonders und höchst luxuriös es ist, hier, inmitten einer Welt von Pflanzen und wilden Tieren (und sogar jagender Hasen...hi hi) - nicht aber von Menschen geprägt, die Vollkommenheit der Schöpfung als Kurzzeitgast erleben zu dürfen.

Täglich staunte ich über die sich stets ändernde Landschaft, oftmals in sehr kurzer Zeit, doch nach wenigen Kilometern sah die Welt wieder anders aus- ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus!  

Allmorgendlich besprachen wir unsere nächtlichen Besucher: Hyänen, Löwen, was-auch-immer.


Nach meinem Elefanten- Erlebnis in der ersten Nacht konnte mich nichts mehr wirklich aus der Ruhe bringen. Täglich entfernte ich mich weiter vom Alltag in Deutschland, dachte über nichts anderes nach als über das Erlebte.

 Ich war im Hier und Jetzt angekommen.

Mein Credo „Alles im Leben hat seine Zeit!“ bekam noch einmal eine neue Dimension!  

Täglich mehr bewunderte ich unsere Guides, Männer, deren Beruf ihre Berufung war.

Sie schienen alles über den Busch zu wissen, sie kannten jeden Winkel zwischen Maun und der Grenze zu Zimbabwe, jeden Vogel beim „Vor-Namen" und sämtliche Käfer sowie das Liebesleben der Löwen!

Täglich freute ich mich über unsere anderen 5 Buschmänner, mit welcher Lebensfreude sie vor ihren Zelten saßen und sich gegenseitig bespaßten oder uns ver- und umsorgten: Zelte auf-und abbauen, Essen kochen und Duschköpfe so verteilen, dass jeder mal den guten und jeder auch mal den schlechten hat.


So wie die Landschaft änderten sich auch wir, die Teilnehmer dieser Reise.

Mit der Verabschiedung unseres Ältesten am 3. Tag nahm ich wahr, daß aus Teilnehmern eine Gruppe mit allen dazu gehörenden gruppendynamischen Prozessen geworden war. Das Gefühl von Gemeinschaft tat sicherlich uns allen gut!


Im Jeep 1, dem Nichtraucher-Jeep, kümmerte Gisela sich um die Völkerverständigung, während im Jeep 2, dem Raucher-Jeep, eins der beherrschenden Themen die Tatsache war, dass Alexander, als einziger von uns, nicht mal den Geruch eines verwesenden Rhinozeros wahrnehmen konnte. (...)


Unser Abschied voneinander begann schon mit der Verabschiedung unserer Guides an der Grenze zu Zimbabwe. Ein sehr emotionaler Moment! Sie waren unsere Beschützer, unsere Väter der Wildnis. Als wir Sie verabschiedeten, war es auch der Abschied von unendlicher Freiheit!  

Ich vermute, jeder von uns sehnte sich in diesem Moment einfach nur zurück in den Busch...schließlich regnete es auch noch, die Schlange an der Passkontrolle schien endlos, eine Menschenmenge und stinkende Autobusse!

Nun liegt unser Abenteuer schon mehr als 1 Monat zurück, es ist kurz vor Weihnachten.

Ich frage mich gerade, warum ich so lange an diesem Bericht geschrieben und ihn damit festgehalten habe.
Antwort: Weil ich mit jedem neuen Satz wieder in die Erinnerung von etwas Wunderschönem eingetaucht bin!


Fazit: Ich möchte die wilden Tiere und die großen Momente in einer tollen Gruppe gern noch einmal erleben!

 


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